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Krieg bringt Containerschifffahrt durcheinander

Peter_Lindenau (CC0), Pixabay
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Der Krieg im Nahen Osten sorgt für massive Probleme im internationalen Schiffsverkehr. Besonders betroffen ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Der Verkehr durch die Meerenge ist inzwischen stark eingeschränkt. Auch der Golf von Oman wurde von der internationalen Schifffahrtsbranche offiziell zum Kriegsgebiet erklärt.

Mehrere große Reedereien haben darauf reagiert und ihre Verbindungen in der Region vorübergehend gestoppt. Der dänische Logistikkonzern Maersk stellte beispielsweise zwei wichtige Containerdienste zwischen Fernost, Nahost und Europa ein. Das Unternehmen begründete den Schritt mit Sicherheitsrisiken für Besatzungen und Schiffe.

Auch der deutsche Reeder Hapag-Lloyd ist betroffen. Da das Unternehmen auf einigen Strecken mit Maersk zusammenarbeitet, wurden auch dort Verbindungen ausgesetzt. Zudem stoppte Hapag-Lloyd mehrere Zubringerverbindungen innerhalb der Golfregion. Kunden müssen nun mit Umleitungen, geänderten Fahrplänen und Verzögerungen rechnen.

Die Situation wird zusätzlich durch bereits bestehende Probleme verschärft. Schon seit Monaten meiden viele Reedereien das Rote Meer, nachdem dort Schiffe von Huthi-Rebellen angegriffen wurden.

Laut Daten des Analyseunternehmens Xeneta suchen derzeit rund 150 Containerschiffe Schutz in Häfen im Golfgebiet. Dadurch entstehen Staus in den Häfen und steigende Transportkosten, die sich auf globale Lieferketten auswirken.

Auch die Versicherungsprämien für Fahrten durch die Region sind stark gestiegen. Nach Angaben des Schiffstracking-Dienstes MarineTraffic liegen die Kosten inzwischen bei etwa 1,5 Prozent des Wertes der Ladung – für große Tanker bedeutet das zusätzliche Ausgaben in Millionenhöhe.

Die USA versuchen gegenzusteuern und stellten eine Rückversicherung von bis zu 20 Milliarden Dollar für Schiffe in der Region bereit, um den Transport von Öl und Gas zu sichern.

Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, hätte das große Folgen für die weltweite Energieversorgung. Zwar verfügen einige Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate über alternative Pipeline-Routen, doch viele andere Staaten sind weiterhin auf den Seeweg angewiesen.

Die Unsicherheit hat bereits Auswirkungen auf die Märkte: Der Ölpreis stieg zeitweise auf fast 92 Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit fast zwei Jahren.

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