tarker Wind hat am Hafen von Catania das Kreuzfahrtschiff Norwegian Epic von seinen Festmachern losgerissen – und dabei nicht nur Sachschäden verursacht, sondern auch mehrere Passagiere versehentlich zurückgelassen, darunter Jamie Cisco und ihre Tochter Grace aus Illinois.
Während die beiden am Strand waren, beobachteten sie plötzlich, wie ihr Schiff den Hafen verließ.
„Grace fragte: ‚Warum fährt unser Schiff weg?‘ Und ich hatte keine Antwort,“ sagte Cisco gegenüber USA TODAY.
Ein Passagier stürzt ins Wasser – stundenlang keine Infos
Das Schiff hatte sich aufgrund von orkanartigen Böen vom Pier gelöst, woraufhin ein Passagier vom Steg ins Wasser stürzte. Er wurde leicht verletzt und später wieder an Bord gebracht. Zahlreiche Gäste auf Landausflug – wie die Ciscos – blieben hingegen stundenlang ohne Informationen.
Erst gegen 17:30 Uhr tauchte ein Crewmitglied am Hafen auf und verwies die wartenden Passagiere auf einen späteren Zeitpunkt zur Rückkehr.
„Kein Wasser, kein Schatten – es war völlig chaotisch,“ schildert Cisco.
Rückkehr mit Chaos, Ausfall von Neapel-Stopp
Das Schiff durfte nach mehreren Stunden wieder anlegen, die Rückkehr der Gäste an Bord sei laut Reederei innerhalb von 45 Minuten erfolgt. Die Rückkehr sei jedoch von „Drängeln und Schubsen“ geprägt gewesen, so Cisco. An Bord entschuldigte sich der Kapitän über Lautsprecher, allerdings wurde erst am nächsten Morgen bekannt gegeben, dass der Stopp in Neapel gestrichen werde – eine weitere Enttäuschung für viele.
Kompensation: 100 $ Guthaben, 10 % Rabatt – aber Ausflüge futsch
Norwegian Cruise Line entschädigte die Gäste mit 100 Dollar Bordguthaben pro Kabine und einem 10 %-Rabatt auf eine zukünftige Kreuzfahrt. Cisco und ihre Tochter hatten jedoch eine eigene Tour in Neapel im Wert von 200 Dollar gebucht – die nun verloren ist. Sie plant, ihre Reiserücktrittsversicherung in Anspruch zu nehmen.
„Ich hatte mich auf eine Limoncello-Verkostung in Sorrent gefreut – zum Glück gibt’s den Schnaps überall in Italien.“
Expertenrat: Reiseversicherung prüfen
Laut Versicherungsexpertin Meghan Walch (InsureMyTrip) könnten solche Fälle unter den „Itinerary Change“-Leistungen fallen – vorausgesetzt, der Reiseroutenwechsel ist dokumentiert. Auch Verzögerungskosten wie Essen, Unterkunft oder medizinische Notfälle könnten abgedeckt sein.
Fazit:
Unwetter auf See sind unvorhersehbar – aber viele Passagiere erwarten bessere Kommunikation von Kreuzfahrtgesellschaften im Krisenfall. Wer privat Ausflüge bucht, sollte die Leistungsbedingungen der Reiseversicherung genau kennen, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.
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