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Kretschmer

AJS1 (CC0), Pixabay
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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich erneut auf der bundespolitischen Bühne zu Wort gemeldet, diesmal mit Kritik am Verhandlungsprozess zum Bundeshaushalt 2025. Während der CDU-Politiker die mangelnde Einbindung der Länder bemängelt und den Kompromiss der Ampel-Koalition als unzureichend bezeichnet, stellt sich die Frage, ob seine Zeit und Energie nicht besser in seinem eigenen Bundesland investiert wären.

Kretschmer, der sich gerne als Stimme des Ostens und bundespolitischer Mahner inszeniert, beklagt einen „schlechten Stil“ der Bundesregierung und vermisst den „großen Wurf“ in der Haushalteinigung. Er fordert breitere Ansätze in Bereichen wie Energiepolitik, Bürgergeld und Migrationsbegrenzung – Themen, die zweifellos wichtig sind, aber vielleicht nicht primär in den Zuständigkeitsbereich eines Landesministerpräsidenten fallen.

Lieber Herr Kretschmer, anstatt sich in bundespolitische Debatten einzumischen, wäre es ratsam, sich intensiver um die drängenden Probleme Sachsens zu kümmern. Ihr Freistaat steht vor zahlreichen Herausforderungen, die Ihre volle Aufmerksamkeit verdienen:

1. Wirtschaftliche Entwicklung: Sachsen hat immer noch mit den Folgen des Strukturwandels zu kämpfen. Konzentrieren Sie sich darauf, innovative Industrien anzuziehen und bestehende Unternehmen zu unterstützen.

2. Bildung: Investieren Sie in die Zukunft Sachsens, indem Sie das Bildungssystem modernisieren und den Lehrermangel bekämpfen.

3. Infrastruktur: Verbessern Sie die Verkehrsanbindungen und den Breitbandausbau, besonders in ländlichen Regionen.

4. Demografischer Wandel: Entwickeln Sie Strategien, um junge Menschen in Sachsen zu halten und Fachkräfte anzuziehen.

5. Energiewende: Treiben Sie den Ausbau erneuerbarer Energien voran und schaffen Sie neue Arbeitsplätze in diesem Sektor.

6. Extremismus-Bekämpfung: Setzen Sie sich verstärkt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein und gehen Sie gegen Radikalisierungstendenzen vor.

Ihre Rolle als Ministerpräsident Sachsens bietet Ihnen die Möglichkeit, direkt und konkret das Leben der Menschen in Ihrem Bundesland zu verbessern. Nutzen Sie diese Chance, anstatt sich in bundespolitische Debatten einzumischen, bei denen Ihr Einfluss begrenzt ist.

Sicherlich ist es wichtig, die Interessen Sachsens auf Bundesebene zu vertreten. Aber dies sollte in konstruktiver Weise geschehen, mit konkreten Vorschlägen und in Zusammenarbeit mit anderen Ländern, nicht durch pauschale Kritik an der Bundesregierung.

Herr Kretschmer, Ihre politische Energie wäre in Sachsen besser investiert. Konzentrieren Sie sich darauf, Ihren Freistaat voranzubringen, innovative Lösungen für regionale Probleme zu finden und ein Vorbild für gutes Regieren auf Landesebene zu sein. Das würde nicht nur Sachsen zugutekommen, sondern könnte auch als positives Beispiel für andere Bundesländer dienen und somit indirekt die Bundespolitik beeinflussen.

Lassen Sie Ihre Taten in Sachsen für sich sprechen, anstatt sich in bundespolitische Scharmützel zu verstricken. Ihre Wähler werden es Ihnen danken, wenn Sie sich voll und ganz auf die Verbesserung ihrer Lebensumstände konzentrieren.

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