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Kreml-Kasse klimpert leiser: Ölrubel im Sturzflug

Stroganova (CC0), Pixabay
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In Moskau fliegen gerade nicht nur Schneeflocken, sondern auch Einnahmenerwartungen aus dem Fenster: Niedrigere Ölpreise und ein Rubel, der plötzlich wieder Muskeln zeigt, haben den russischen Staatseinnahmen aus Öl und Gas im November einen gehörigen Dämpfer verpasst. Laut den Rechengenies bei Reuters könnten diese Einnahmen um satte 35 Prozent schrumpfen – auf gerade mal 520 Milliarden Rubel, was umgerechnet etwa 5,7 Milliarden Euro sind. Oder wie der Kreml es nennt: Kleingeld für Panzer und Paraden.

Weniger Rubel für Rüstung

Das schmerzt. Denn seit Russland beschlossen hat, die Ukraine militärisch „zu beehren“, haben sich die Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit so stark aufgebläht, dass man sie inzwischen für einen eigenen Staatshaushalt halten könnte.

Und dabei ist das Öl- und Gasgeschäft doch eigentlich der Goldesel des Kremls. Rund ein Viertel der Staatseinnahmen stammen aus dem Geschäft mit dem schwarzen Gold – aber selbst dieser Esel mag nicht mehr so recht laufen. Im Jahresvergleich könnten die Einnahmen bis November um 22 Prozent auf acht Billionen Rubel sinken. Immerhin: Das Minimalziel für 2025 wäre damit noch drin. Vielleicht.

Die große Öl-Illusion

Ursprünglich hatte das Finanzministerium von traumhaften 10,94 Billionen Rubel geträumt – aber Träume platzen, wenn der Ölpreis fällt. Inzwischen hat man das Ziel auf 8,65 Billionen Rubel eingedampft. Zum Vergleich: 2024 hatte Russland noch 11,13 Billionen Rubel aus Öl- und Gasverkäufen eingeheimst. Ein Rückgang, der sogar bei hartgesottenen Rubelzählmaschinen für Schnappatmung sorgen dürfte.

Der für die Steuerkasse entscheidende Ölpreis sank im Jahresverlauf von 68,30 Dollar auf nur noch 57,30 Dollar pro Barrel. Das Finanzministerium will am 3. Dezember ganz offiziell verkünden, wie tief das Loch in der Kasse wirklich ist. Spannung garantiert – Popcorn bereitstellen

 

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