Wer in den USA ohne Krankenversicherung lebt, muss seit 2019 auf Bundesebene keine Strafe mehr zahlen. Doch ganz erledigt ist das Thema nicht: In einigen Bundesstaaten und in Washington, D.C. greifen weiterhin eigene Regelungen – mit teils empfindlichen finanziellen Konsequenzen.
Konkret verlangen Kalifornien, Massachusetts, New Jersey und Rhode Island sowie die Hauptstadt Washington, D.C. weiterhin eine sogenannte „Shared Responsibility Payment“. Dahinter steht die Idee, dass möglichst viele Menschen versichert sein sollen, um das Gesundheitssystem stabil zu halten.
Die Höhe der Strafen variiert je nach Region, Einkommen und Haushaltsgröße. Meist wird entweder ein fester Betrag pro Person oder ein Prozentsatz des Einkommens fällig – je nachdem, was höher ist. Gleichzeitig sind die Zahlungen gedeckelt und orientieren sich oft an den Kosten einfacher Versicherungspläne.
Einige Beispiele zeigen die Dimension:
In Kalifornien können schnell mehrere Tausend Dollar pro Jahr zusammenkommen. In New Jersey liegt die Mindeststrafe für eine Einzelperson bei mehreren Hundert Dollar im Monat. Auch in Washington, D.C. oder Rhode Island summieren sich die Beträge je nach Einkommen deutlich.
Experten betonen allerdings: Wirklich sparen lässt sich durch den Verzicht auf Versicherung meist nicht. Die Strafzahlungen kommen häufig in eine ähnliche Größenordnung wie günstige Basis-Tarife – ohne jedoch tatsächlichen Versicherungsschutz zu bieten. Schon ein Arztbesuch kann die vermeintliche Ersparnis zunichtemachen.
Wer die Strafe vermeiden will, hat im Grunde zwei Möglichkeiten: eine Krankenversicherung abschließen oder eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Solche Ausnahmen gelten etwa bei sehr geringem Einkommen, kurzfristigen Versicherungslücken oder wenn Versicherungen als unzumutbar teuer gelten.
Zudem bieten viele Bundesstaaten eigene Förderprogramme an, die die Kosten für Policen senken sollen – insbesondere nachdem frühere Bundeszuschüsse ausgelaufen sind.
Unterm Strich gilt: Auch ohne bundesweite Pflicht bleibt Krankenversicherung in Teilen der USA faktisch ein Muss – zumindest finanziell betrachtet.
Kommentar hinterlassen