Nach den tödlichen Schüssen auf den US-Bürger Alex Pretti herrscht in Minnesota offenbar eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Behörden: Man arbeitet – nur eben nicht miteinander.
Die Bundespolizei ICE schoss, das FBI sammelt – und das Bureau of Criminal Apprehension (BCA) darf offenbar raten. Beweismittel? Informationen? Akteneinsicht? Offenbar streng geheime Sammelobjekte. Minnesota spricht von einem „beispiellosen“ Vorgang. Washington nennt es vermutlich „effiziente Informationskontrolle“.
Der Vorfall ereignete sich im Januar in Minneapolis, als ICE-Beamte – im Rahmen einer groß angelegten Razzia-Offensive der Trump-Regierung – in die Stadt geschickt wurden, um entschlossen gegen Migranten vorzugehen. Dass dabei ein US-Bürger erschossen wurde, scheint im bürokratischen Getriebe eher eine Randnotiz zu sein.
Das FBI hüllt sich währenddessen in Schweigen und offenbar auch in einen Schutzmantel aus Geheimhaltung. Das BCA darf laut eigener Mitteilung weder Beweismaterial noch gesammelte Informationen einsehen. Ermittlungen nach dem Motto: „Wir wissen, dass etwas passiert ist. Mehr sagen wir nicht.“
Bereits Anfang Januar war mit Renee Good eine weitere US-Bürgerin durch Bundesbeamte in Minneapolis getötet worden. Die öffentliche Empörung war groß – vermutlich störend groß.
Minnesota fragt nun irritiert, warum die Zusammenarbeit so schwierig sei. Vielleicht, weil Transparenz neuerdings als optionale Zusatzleistung gilt. Oder weil „föderale Kooperation“ inzwischen bedeutet: Der Bund entscheidet, die Staaten dürfen staunen.
Während Angehörige Antworten suchen, liefern sich Behörden offenbar ein Kommunikations-Boykottspiel. In einem Land, das sich gern als Hüter von Recht und Ordnung versteht, wirkt das Ganze wie ein Verwaltungsseminar zum Thema „Wie verhindere ich Transparenz mit maximaler Effizienz“.
Bleibt die Frage: Wer ermittelt hier eigentlich gegen wen – und wer bekommt am Ende Einsicht in was?
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