Mehr als drei Jahrzehnte nach dem aufsehenerregenden Mordfall um die Brüder Lyle und Erik Menendez bleibt es bei den Urteilen. Ein US-Gericht hat den Antrag der beiden, die seit den 1990er-Jahren wegen der Tötung ihrer Eltern im Gefängnis sitzen, auf ein neues Verfahren abgelehnt.
Die Richterin kam zu dem Schluss, dass die vorgelegten „neuen Beweise“ keine zusätzlichen Erkenntnisse lieferten, die eine Neuauflage des Prozesses rechtfertigen würden. Im Mittelpunkt standen erneut die seit Jahren umstrittenen Missbrauchsvorwürfe: Die Brüder hatten behauptet, ihr Vater habe sie über Jahre hinweg körperlich und sexuell missbraucht, und die Mutter habe weggeschaut.
Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht. Es bleibe dabei, dass Lyle und Erik Menendez ihren Plan, „den missbrauchenden Vater und die mitschuldige Mutter zu töten“, kaltblütig umgesetzt hätten. Eine Notwehrsituation sei nicht nachweisbar gewesen.
Ein Prozess, der Amerika bewegte
Der Fall Menendez gehört zu den berüchtigtsten Kriminalprozessen in den USA. 1989 hatten die damals 21- und 18-jährigen Brüder ihre wohlhabenden Eltern José und Kitty Menendez in deren Villa in Beverly Hills erschossen. Der Prozess zog sich über Jahre, wurde live im Fernsehen übertragen und spaltete die Öffentlichkeit: Waren die Brüder Opfer eines jahrelangen Missbrauchs – oder Täter, die aus Habgier handelten?
1996 wurden beide schließlich wegen Mordes ersten Grades verurteilt und zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt.
Hoffnung auf Neuverhandlung zerschlagen
In den letzten Jahren hatten Unterstützer der Brüder immer wieder neue Hinweise und Aussagen angeführt, die den Vorwurf des Missbrauchs untermauern sollten. Unter anderem meldeten sich ehemalige Mitschüler und Bekannte zu Wort, die ähnliche Erlebnisse geschildert hätten. Doch die Richterin entschied nun, dass diese Aussagen den Kern des Urteils nicht erschüttern.
Damit ist ein neuer Anlauf für die Brüder gescheitert – ihre lebenslange Haftstrafe bleibt bestehen.
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