Ein Festival weniger für Kanye West – oder besser gesagt Ye, wie er sich seit seiner selbstverordneten Identitätskrise nennt. Das Rubicon-Festival in Bratislava hat nun den Auftritt des umstrittenen US-Rappers abgesagt. Die Begründung? „Druck der Medien“ und „Rückzug von Künstlern und Partnern“, wie man schmallippig auf Instagram verlautbarte. Über den eigentlichen Skandal – nämlich Wests offenen Flirt mit Nazi-Symbolik – verlor man kein Wort. Haltung sieht anders aus.
Ye sollte am 20. Juli in der slowakischen Hauptstadt auftreten – ein einziger Europa-Gig, der nun ebenfalls in sich zusammenfällt wie die moralische Urteilsfähigkeit mancher Festivalplaner. Offenbar hat es erst die öffentliche Empörung gebraucht, bis jemand bemerkte, dass ein Song namens „Heil Hitler“, veröffentlicht ausgerechnet am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, vielleicht keine gute Idee für die Festivalplaylist ist.
Im dazugehörigen Musikvideo hüpfen Männer in Tierfellen durch dystopische Kulissen, während West sich darüber beklagt, ständig missverstanden zu werden – und im Abspann auch noch eine echte Hitler-Rede einspielt. Kunstfreiheit? Nein, das ist Geschmacklosigkeit mit Beat.
Dass West in den letzten Jahren mit antisemitischen Aussagen und Hitler-Lobpreisungen von sich reden machte, ist nichts Neues – adidas und andere Firmen haben längst die Reißleine gezogen. Und auch Australien winkte kürzlich ab: Sein Visum wurde wegen des Songs entzogen.
Bleibt die Frage: Warum laden Veranstalter jemanden ein, der regelmäßig antisemitische Parolen in Beats verpackt – und wundern sich dann über den Shitstorm? Vielleicht wäre es für künftige Line-Ups hilfreich, nicht nur den Spotify-Algorithmus, sondern auch das Grundgesetz zu konsultieren.
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