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Kanadische Schulschützin war laut Ermittlern „abhängig“ von Gewalt-Webseiten

Pixaline (CC0), Pixabay
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Nach dem tödlichen Angriff im kanadischen Tumbler Ridge verdichten sich die Hinweise auf eine intensive Online-Radikalisierung der 18-jährigen Täterin. Ermittler berichten von einer ausgeprägten Faszination für Gewaltinhalte im Internet – darunter auch Plattformen, die bereits im Zusammenhang mit US-Schulschützen standen.

Eine der schwersten Gewalttaten in Kanada

Am 10. Februar eröffnete die 18-jährige Jesse Van Rootselaar in einem Wohnhaus und anschließend an einer Schule im nordöstlichen British Columbia das Feuer. Acht Menschen wurden getötet, Dutzende weitere verletzt. Die Täterin nahm sich danach selbst das Leben.

Die Tat zählt zu den schwersten Massenschießereien in Kanada, wo strengere Waffengesetze gelten und derartige Vorfälle deutlich seltener sind als in den USA.

Umfangreiche digitale Spur

Wie aus einem Bericht der Anti-Defamation League (ADL) hervorgeht, war Van Rootselaar über längere Zeit auf verschiedenen Online-Plattformen aktiv – darunter YouTube, Reddit sowie das inzwischen bekannte Forum „WatchPeopleDie“ (WPD). Dort wurden gewalttätige Inhalte wie Foltervideos, Hinrichtungen oder Aufnahmen realer Gewalttaten geteilt.

Nach Angaben der ADL zeigte die 18-Jährige plattformübergreifend eine „Faszination für Gewalt und Waffen“ sowie Interesse an früheren Massenschützen. Sie veröffentlichte selbst Fotos von Schusswaffen und Videos, in denen sie mit diesen hantierte.

In Kommentaren äußerte sie sich zustimmend zu Aufnahmen von Massenschießereien. Laut ADL bezeichnete sie entsprechende Inhalte als besonders eindringlich, vor allem wenn Täter ihre Taten selbst filmten.

Verbindung zu anderen Tätern

Ermittler stellten außerdem fest, dass Van Rootselaar Profile anderer späterer Gewalttäter auf derselben Plattform besucht hatte. Mehrere US-Schulschützen der vergangenen Jahre waren ebenfalls aktive Nutzer des Forums gewesen.

Dazu zählen unter anderem Jugendliche aus Wisconsin, Tennessee und Colorado, die ebenfalls tödliche Angriffe verübten und sich anschließend das Leben nahmen. Teilweise hatten sich die Täter auf der Plattform gegenseitig gefolgt.

Wie lange Van Rootselaar dort aktiv war, ist bislang unklar.

„Ein toxisches Umfeld“

Oren Segal, Senior Vice President für Extremismusbekämpfung bei der ADL, sieht in solchen Plattformen ein verbindendes Element zwischen verschiedenen Gewalttaten.

Diese Seiten würden Jugendliche nicht nur gegenüber Gewalt abstumpfen, sondern auch Räume schaffen, in denen extremistische Ideologien und drastische Inhalte ineinandergreifen könnten. Das könne besonders für junge, beeinflussbare Menschen ein erhebliches Risiko darstellen.

Bewusstsein für Suchtgefahr – aber kein Ausstieg

Nach Angaben der ADL hatte Van Rootselaar in Beiträgen selbst eingeräumt, dass sie Schwierigkeiten habe, sich von entsprechenden Inhalten fernzuhalten. Sie beschrieb die Nutzung als „anziehend“ und zeitintensiv.

Gleichzeitig relativierte sie die Auswirkungen auf sich selbst. In einem Beitrag äußerte sie Zweifel daran, dass die Inhalte sie nicht beeinflussen würden, erklärte jedoch, es fühle sich „nicht wie eine große Sache“ an.

Offene Fragen

Die Ermittlungen zu Motiv, möglicher Radikalisierung und konkreten Auslösern der Tat dauern an. Der Fall wirft erneut Fragen nach der Rolle extremistischer Online-Subkulturen, digitaler Gewaltplattformen und deren Einfluss auf junge Menschen auf.

Zugleich zeigt er, dass sich Muster aus früheren Gewalttaten – insbesondere in den USA – auch außerhalb der Vereinigten Staaten wiederfinden können.

 

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