Kanada hebt eine Reihe von Vergeltungszöllen auf, um die festgefahrenen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über ein umfassendes Handelsabkommen wieder in Bewegung zu bringen. Premierminister Mark Carney kündigte in Ottawa an, dass die Änderungen zum 1. September in Kraft treten sollen.
Betroffene Produkte
Die Aufhebung betrifft eine breite Palette von Waren, darunter Agrarprodukte, Konsumgüter und Maschinen. Mit dieser Anpassung will die kanadische Regierung ein Signal der Kompromissbereitschaft senden und die Grundlage für neue Gespräche schaffen.
Hintergrund: Zölle als Druckmittel
Die Zölle waren ursprünglich als Reaktion auf protektionistische Maßnahmen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump eingeführt worden. Sie sollten Druck auf Washington ausüben und gleichzeitig heimische Produzenten schützen. Da die Verhandlungen zuletzt ins Stocken geraten waren, wählt Ottawa nun eine Strategie der Entspannung.
Politische Botschaft
Premierminister Carney betonte, Kanada sei weiterhin an einem „strategischen, fairen und nachhaltigen Abkommen“ interessiert. Mit der Zollaufhebung wolle man den Weg für „neue Dynamik“ in den Gesprächen ebnen. Ob die Trump-Regierung das Angebot annimmt, bleibt abzuwarten – in Washington hatte es zuletzt wiederholt Forderungen nach stärkerem Marktzugang für US-Unternehmen gegeben.
Ausblick
Die Entscheidung könnte den Ton in den Handelsgesprächen beeinflussen, birgt jedoch auch innenpolitische Risiken: Kanadische Landwirte und Teile der Industrie könnten befürchten, durch die Lockerungen an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Dennoch setzt Carney darauf, dass ein umfassendes Abkommen langfristig mehr Stabilität und Wachstum für beide Seiten bringt.
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