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Junkfood-Werbung nur noch nach 21 Uhr – Großbritannien schickt Chips & Cola ins Nachtprogramm

DesignOil (CC0), Pixabay
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Ab sofort gilt in Großbritannien: Chips, Schokolade, Burger und Limonade dürfen sich im Fernsehen erst nach 21 Uhr präsentieren – quasi zur Geisterstunde, wenn die Kinder längst schlafen und nur noch Erwachsene heimlich ihre Gummibärchen in den Gin Tonic kippen. Im Internet dürfen Pommes & Co. gar nicht mehr werben. Dort herrscht ab sofort digitales Gemüsegebot.

Die Labour-Regierung erhofft sich, dass der Zuckergehalt in den Supermarktregalen sinkt – und nicht mehr nur in britischen Kinderzähnen. Laut Gesundheitsministerium sollen Kinder künftig 7,2 Milliarden Kalorien weniger aufnehmen. Das entspricht ungefähr 50 Millionen weniger Packungen Chips – oder in britischen Maßeinheiten: einem Monat ohne Fish & Chips an der Küste von Brighton.

Pommes nach Nährwertprofil

Welche Lebensmittel ins Werbe-Aus geschickt werden, entscheidet ein Nährwert-Filter: Zucker, Fett und Salz im Übermaß? Ab in den Werbeknast! Gesundes Image dank grünem Salatblatt auf der Packung? Vielleicht gibt’s dann noch einen Sendeplatz kurz vor Mitternacht.

Die Rechnung: weniger Karies, weniger XXL-Hosen, weniger NHS-Kosten. Klingt vernünftig – wenn man nicht gerade in der Werbebranche arbeitet und statt Chips jetzt Brokkoli bewerben soll.

Österreich: Empfehlungen, die keiner kauft

In Österreich gibt es seit 2021 nur „Empfehlungen“. Das ist ungefähr so, als würde man einem Kind raten: „Iss doch lieber den Apfel als die Schokolade.“ Ergebnis bekannt. Influencer auf YouTube machen’s noch einfacher: Sie zeigen ihren Fans Snacks mit mehr Zucker als ein ganzes Einhornfestival – und Millionen Kinder klicken begeistert auf „Like“.

UNICEF: Dick ist das neue Dünn

UNICEF stellt fest: Weltweit gibt es inzwischen mehr dicke Kinder als untergewichtige. Der Nachwuchs rollt also eher in die Schule, statt zu Fuß zu gehen. Besonders drastisch: In den USA ist jedes fünfte Kind fettleibig. In Chile sogar mehr als jedes vierte. In Österreich hält man noch tapfer mit: Übergewicht bei knapp 30 Prozent, Fettleibigkeit bei 11 Prozent.

Fazit: Gemüse in der Primetime?

Die Junkfood-Industrie darf also nur noch nachts werben – vermutlich gleich nach den Horrorfilmen. Vielleicht sehen wir bald die erste „Knusperchips-Werbung“ direkt nach dem Mitternachtseinmarsch der Zombies. Tagsüber bleibt dann Platz für Gurken, Karotten und Haferflocken.

Ob das hilft? Man darf gespannt sein. Aber sicher ist: Die Kinder von morgen wissen bald nicht mehr, dass es Werbung für Schokolade überhaupt gibt – dafür aber alle 356 Sorten Hummus im Bioladen.

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