Was klingt wie ein Mix aus „Wolf of Wall Street“ und „Dinner for One“, war in Wahrheit der ganz reale Aufstieg und Absturz eines Mannes, der offenbar dachte, die Staatskanzlei sei ein Sprungbrett in die High Society von Dubai.
Daniel B. (36), ehemaliger Oberregierungsrat in der Bayerischen Staatskanzlei – Betonung auf war – steht jetzt nicht mehr auf edlen Dachterrassen, sondern vor der Anklagebank. Elffacher Betrug, knapp 960.000 Euro Schaden – und das ist nur die Aufwärmphase.
Vom Aktenkeller zur Aperol-Lounge
Mit einem Fuß im Beamtensessel, mit dem anderen auf der Sonnenliege in Mykonos: Daniel B. lebte den Traum – nur leider nicht seinen eigenen, sondern den seiner Anleger. Statt Akten zu sortieren, sortierte er lieber Cocktailkarten. Statt Paragraphen zu wälzen, ließ er sich vergoldete Steaks auf silbernen Tellern servieren. Auf Instagram ließ er es knallen – Hashtag #RichLife, bezahlt mit Investorengeldern.
„Ich kenne Söder persönlich … also quasi… also … fast!“
Seine Masche? Genial dreist! B. gab sich als Krypto-Guru, Finanzflüsterer und angeblicher Berater von Markus Söder. Ob der Ministerpräsident von diesen „Beratungen“ wusste? Vermutlich nicht. Opfer Alfons M. (56) war beeindruckt – zumindest anfangs. Er steckte über 24.000 Euro in obskure Kryptowährungen mit dem klangvollen Namen Uniswap und Lido DAO. Versprochen: aus 24.000 werden über 100.000. Tatsächlich: Nichts – außer vielleicht ein besonders teures Erinnerungsfoto vom Anlegergespräch.
Dana, die Glamour-Gattin – wirklich ahnungslos?
Auch Ehefrau Dana (39), eine ehemalige Richterin (!), schipperte mit durch das Luxusleben: Dubai, Designerhandtaschen, Dekadenz. Laut eigener Aussage wusste sie „von nichts“ – glaubte einfach an die Trading-Talente ihres Gatten. Na klar. Wer würde schon stutzig werden, wenn plötzlich Krypto-Millionen das Haus fluten und der Ehemann mit dem Gesichtsausdruck eines Powerball-Gewinners durchs Wohnzimmer tänzelt?
Die Ermittler waren weniger romantisch: Gegen sie wurde zwar wegen Beihilfe und Geldwäsche ermittelt – mangels Beweisen jedoch eingestellt. Vielleicht lag’s an der besonders gut gebräunten Unschuldsmiene?
Jetzt wird’s ernst
Seit Februar sitzt Daniel B. in Untersuchungshaft. Aus der Champagnerflöte wurde ein Plastikbecher. Aus Mykonos wurde JVA Augsburg. Seine Verteidigerin bestätigt: Die große Strafkammer des Landgerichts Augsburg wartet bereits.
Derweil fragt sich der Anwalt der Geschädigten, warum die Schadenssumme so harmlos daherkommt. Denn ein einzelner Geschädigter aus Dubai soll allein 800.000 Euro investiert haben – vermutlich in das Finanzkonzept „Daniel fliegt Business, du bleibst arm“.
Disziplinarverfahren? Na klar!
Neben der strafrechtlichen Keule läuft auch noch ein Disziplinarverfahren gegen das Glamourpaar. Zwar darf Daniel B. keine Akten mehr lochen, aber vielleicht wartet ja eine Karriere in der Motivationsbranche: „Wie du mit anderen Leuten Geld First-Class um die Welt kommst – in nur elf Schritten!“
Fazit:
Vom Beamtenstatus zum Betrugs-Boulevard – Daniel B. zeigt eindrucksvoll, wie man mit einer gehörigen Portion Dreistigkeit, Designerbrille und angeblichen Krypto-Kenntnissen kurzzeitig zum König wird – bevor man vom Thron direkt auf die Anklagebank purzelt. Prost, Daniel!
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