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Jammern bei den Fondszeichnern

sergeitokmakov (CC0), Pixabay
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Stellen Sie sich vor, Sie sind Mitbesitzer eines schicken Einkaufszentrums in Lodz, Polens aufstrebender Metropole, dank Ihrer klugen Investition in den „Lodz Shopinvest“ Fonds von DWS im Jahr 2002. Damals, in den wilden Anfangstagen des neuen Jahrtausends, haben Sie und etwa 1.300 andere Abenteurer gemeinsam knapp 50 Millionen Euro in diesen Traum gesteckt, und die Fondsgesellschaft hat sich prompt noch einmal so viel geliehen, um das Ganze ins Rollen zu bringen.

Nun, da alles floriert und das Shoppingcenter prächtig dasteht – fast voll vermietet und ein wahrer Magnet für Schnäppchenjäger und Luxusliebhaber –, kommt eine kleine Überraschung ins Haus geflattert. Die Fondsverwaltung, anscheinend in heller Aufregung, hat alle Anleger freundlichst darum gebeten, doch bitte, bitte nicht mehr ihre Anteile zu kündigen. Es scheint, als hätte die anfängliche Begeisterung für das „einfache Aussteigen“ eine kleine Krise heraufbeschworen: Zu viele haben bereits „Tschüss“ gesagt und ihre Abfindungen eingefordert, sodass die Fondsliquidität zu schrumpfen droht wie ein Eis am Stiel im Hochsommer.

Um das Ganze noch spannender zu machen, hat das Fondsmanagement einen pfiffigen Vorschlag: Wenn Sie schon dabei sind, warum nicht ein paar dieser gekündigten Anteile aufkaufen? Könnte ein Schnäppchen sein! Der Abfindungswert liegt bei schmeichelhaften 83 Prozent, aber der wahre Schatz könnte der Nettoinventarwert sein, der zuletzt bei fast 93 Prozent lag. Wer weiß, vielleicht machen Sie ein kleines Vermögen mit dem Kauf von Anteilen Ihrer weniger geduldigen Mitinvestoren.

Aber halt! Bevor Sie Ihre Tanzschuhe für die Shoppingcenter-Eröffnungsparty anziehen, erinnert die Fondsverwaltung in ihrem Brief eindringlich daran, dass weitere Kündigungswellen das Shoppingparadies in ernsthafte Turbulenzen bringen könnten. Stellen Sie sich vor, das Einkaufszentrum, das Juwel von Lodz, stünde plötzlich auf wackeligen Beinen, weil alle gleichzeitig zum Ausgang stürmen.

In diesem Sinne, liebe Anleger, seien Sie weise, seien Sie geduldig und vor allem: Behalten Sie Ihren Sinn für Humor. In der Welt der Investitionen, wie im Leben, kommt es manchmal darauf an, durchzuhalten und den Moment zu genießen – oder zumindest das nächste Verkaufsschild im Schaufenster.

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