Italien ist zurück. Also zumindest fast. Nach Jahren des kollektiven WM-Traumas – zweimal nicht qualifiziert, nationale Depression inklusive – darf der viermalige Weltmeister wieder vorsichtig träumen.
Gegen Nordirland gab’s ein solides 2:0. Kein Spektakel, aber hey: Nach den letzten Jahren nimmt man in Italien inzwischen auch funktionierende Pässe als Fortschritt wahr.
Die erste Halbzeit? Nennen wir es höflich „taktisch geprägt“. Oder weniger höflich: ziemlich zäh. Nordirland parkte den Bus, Italien stand davor und suchte verzweifelt den Zündschlüssel. Torchancen waren so selten wie spontane Lebensfreude bei italienischen WM-Quali-Spielen der letzten Jahre.
Dann kam Tonali – und erlöste ein ganzes Land mit einem Schuss von der Strafraumkante. Plötzlich erinnerte sich Italien daran, dass man auch offensiv spielen darf. Spätestens nach Keans Treffer war klar: Das Ding ist durch – und Italien noch nicht ganz verloren.
Jetzt wartet Bosnien. Und dort weiß man spätestens seit Džeko: Man gibt erst auf, wenn wirklich alles vorbei ist. Also genau das, was Italien zuletzt nicht so gut konnte.
Währenddessen spielen sich andere Nationen warm:
Die Türkei gewann minimalistisch, Schweden ließ Gyökeres einfach drei Tore schießen (weil warum nicht), und Kosovo lieferte ein Spiel, das mehr Wendungen hatte als eine durchschnittliche Netflix-Serie.
Kurz gesagt: Europa sucht WM-Teilnehmer – und Italien hat sich immerhin wieder auf die Gästeliste geschummelt.
Ob sie diesmal auch wirklich hingehen dürfen?
Bleibt spannend.
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