Im Rahmen des historischen Geisel- und Gefangenenaustauschs zwischen Israel und der Hamas hat Israel am 13. Oktober mit der Freilassung von fast 2.000 palästinensischen Gefangenen und Inhaftierten begonnen. Die Maßnahme ist Teil des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenstillstandsplans.
Zuvor hatte die Hamas alle verbliebenen israelischen Geiseln freigelassen, darunter auch die sterblichen Überreste von Getöteten, die bei den Angriffen vom 7. Oktober 2023 verschleppt worden waren.
🚍 Szenen der Wiedervereinigung
Live-Bilder zeigten Busse mit palästinensischen Gefangenen, die ein Gefängnis im Süden Israels verließen. Vor dem Nasser-Krankenhaus in Khan Younis versammelten sich Tausende Palästinenser, viele in Tränen – in der Hoffnung, ihre Angehörigen wiederzusehen. Einige der Freigelassenen winkten oder sprachen durch die Busfenster mit den wartenden Menschenmengen.
Auch in der Westbank-Stadt Ramallah kam es zu emotionalen Szenen. Familien lagen sich weinend in den Armen, Menschen jubelten, umarmten, weinten. Viele hatten jahrelang auf diesen Moment gewartet.
🔎 Wer wird freigelassen?
Laut Angaben der israelischen Behörden umfasst die Gruppe:
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250 verurteilte Gefangene, darunter auch Personen, die wegen schwerer Sicherheitsdelikte oder Beteiligung an tödlichen Anschlägen verurteilt wurden
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Über 1.700 Inhaftierte, die seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 festgenommen wurden
Trump hatte in Punkt 5 seines Friedensplans die Freilassung von 250 zu lebenslanger Haft Verurteilten sowie 1.700 palästinensischen Häftlingen aus Gaza vorgesehen – als Gegenleistung für die vollständige Freilassung aller israelischen Geiseln.
Zudem soll Israel laut Plan für jede übergebene Geisel-Leiche die Überreste von 15 getöteten Palästinensern an die Hamas zurückgeben.
🤝 Frieden mit Auflagen – und Vorbehalten
Die Freilassungen sind Teil eines am 10. Oktober begonnenen Waffenstillstands, der bislang einziger funktionierender Teil des komplexen Abkommens zwischen Israel und der Hamas ist.
Weitere Punkte des von Trump vorgelegten Plans beinhalten:
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Amnestie für Hamas-Mitglieder, die ihre Waffen niederlegen
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Wiederaufnahme der humanitären Hilfe in den Gazastreifen
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Langfristig: Verhandlungen über die Entwaffnung der Hamas und eine mögliche palästinensische Staatlichkeit
⚠️ Zwei Jahre Krieg – eine Region am Limit
Der Krieg begann mit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023, bei dem über 1.200 Israelis getötet und 251 verschleppt wurden.
Seitdem starben laut dem Hamas-geführten Gesundheitsministerium über 66.000 Palästinenser, darunter Tausende Kinder. Die Zahl der gefallenen israelischen Soldaten liegt laut dem Institut für Nationale Sicherheitsstudien bei über 900.
Ein Bericht der UN-Ermittlungskommission vom September wirft Israel vor, im Gaza-Krieg Völkermord begangen zu haben – ein Vorwurf, den Israel entschieden zurückweist. Dennoch wächst international der Druck: Immer mehr westliche Staaten haben in den vergangenen Monaten einen palästinensischen Staat anerkannt, teils gegen den Willen Israels und der USA.
📌 Fazit: Ein erster Schritt auf einem langen Weg
Der 13. Oktober markiert zweifellos einen historischen Tag – nicht nur wegen der Rückkehr von Geiseln und Gefangenen, sondern auch, weil er zeigt, dass Gespräche möglich sind. Doch Frieden im Nahen Osten ist ein langer, steiniger Weg – geprägt von Misstrauen, Trauma und tiefen Gräben.
Heute war ein Tag der Menschlichkeit – und hoffentlich der Beginn von etwas Größerem.
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