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Irans neuer oberster Führer kündigt Schließung der Straße von Hormus an – Energiemärkte unter Druck

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Der neue iranische Oberste Führer Ayatollah Mojtaba Khamenei hat in seiner ersten angeblichen öffentlichen Botschaft erklärt, dass die wichtige Meerenge der Straße von Hormus vorerst geschlossen bleiben soll. Die Passage werde als „Druckmittel“ genutzt. Die Erklärung wurde im iranischen Staatsfernsehen verlesen. Seit seiner Ernennung ist Khamenei bisher nicht öffentlich aufgetreten.

Die Ankündigung verschärft die ohnehin angespannte Lage auf den internationalen Energiemärkten. Experten sprechen bereits von einer der schwersten Krisen der vergangenen Jahrzehnte.

Historische Störung des Ölmarktes

Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte, dass die Welt derzeit mit der größten Angebotsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes konfrontiert sei. Durch die Straße von Hormus wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert.

US-Präsident Donald Trump spielte die steigenden Energiepreise jedoch herunter. Er argumentierte, dass die USA als Energieproduzent sogar von höheren Preisen profitieren könnten. Gleichzeitig erklärte die US-Regierung, dass die US-Marine derzeit noch nicht bereit sei, Handelsschiffe im Persischen Golf zu eskortieren, während iranische Kräfte weiterhin Schiffe in der Region angreifen.

Straße von Hormus wird zur Frontlinie

Der Konflikt hat den Seeweg inzwischen zu einem militärischen Brennpunkt gemacht. Iran greift nach Berichten mehrere Öltanker und Handelsschiffe im Persischen Golf an. Dadurch wird die strategisch wichtige Wasserstraße zunehmend zur Frontlinie des Krieges.

Die Auswirkungen sind bereits deutlich spürbar:
In den USA stiegen die Benzinpreise innerhalb einer Woche um 35 Cent und innerhalb eines Monats um 65 Cent – der stärkste Anstieg seit dem Beginn des Ukrainekriegs im Jahr 2022.

Warnung vor globaler Wirtschaftskrise

Der frühere US-Außenminister John Kerry bezeichnete die aktuelle Entwicklung als eine der gefährlichsten Krisen seit Jahrzehnten.

Sollte der Konflikt länger andauern, könnten steigende Energiepreise massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. „Wenn das so weitergeht, wird sich das auf jede Volkswirtschaft auswirken“, warnte Kerry.

Zugleich betonte er, dass Iran über umfangreiche Erfahrung in asymmetrischer Kriegsführung verfüge und den Konflikt möglicherweise weiter in die Länge ziehen könne.

Eskalation auch im Libanon

Parallel verschärft sich die Lage auch im Libanon. Israel bereitet laut eigenen Angaben eine Ausweitung der militärischen Operationen gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah vor.

Nach Angaben internationaler Organisationen wurden bereits mehr als 800.000 Menschen vertrieben, während rund 700 Menschen bei israelischen Angriffen ums Leben gekommen sein sollen. Experten warnen, dass die Zahl der Vertriebenen innerhalb weniger Tage auf über eine Million Menschen steigen könnte.

Religiöse und politische Bedeutung des Titels „Ayatollah“

Der Titel „Ayatollah“ bedeutet wörtlich „Zeichen Gottes“ und wird im schiitischen Islam nur hochrangigen Gelehrten verliehen. In Iran ist diese religiöse Autorität eng mit politischer Macht verbunden, da der Oberste Führer des Landes gleichzeitig ein bedeutender islamischer Rechtsgelehrter sein muss.

Beobachter gehen davon aus, dass die jüngste Erhebung von Mojtaba Khamenei zum Ayatollah auch dazu diente, seine religiöse Legitimation als Nachfolger seines Vaters Ali Khamenei zu stärken.

Energiekrise könnte Energiewende beschleunigen

Angesichts der aktuellen Entwicklungen sehen Experten auch langfristige Folgen. Die Krise könne erneut deutlich machen, wie wichtig Energieunabhängigkeit und alternative Energiequellen für viele Staaten sind.

Ähnlich wie nach der Ölkrise von 1973 könnte der aktuelle Schock den Umstieg auf andere Energieformen beschleunigen.

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