Iran warnt Länder, die Sanktionen durchsetzen, vor Problemen in der Straße von Hormus. Ein hoher iranischer Militärsprecher erklärte, dass Schiffe von Staaten, die den USA bei Sanktionen gegen Teheran folgen, künftig „Probleme“ zu erwarten hätten. Hintergrund sind jüngste Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf, darunter ein Massengutfrachter vor Katar, der von einem unbekannten Projektil getroffen wurde, sowie Satellitenaufnahmen eines von einem US-Kampfflugzeug getroffenen iranischen Tankers, von dem noch Rauch aufstieg.
Die Spannungen in der Region steigen weiter. In Libanon töteten israelische Angriffe am Samstag mindestens 22 Menschen, darunter vier Kinder. Israel berichtete, zehn Mitglieder der Hisbollah getötet und 40 Infrastrukturziele der Gruppe im Süden des Landes getroffen zu haben. Gleichzeitig meldete die Hisbollah 22 Angriffe auf israelische Truppen. Dies geschah trotz des von US-Präsident Trump am 16. April verkündeten Waffenstillstands.
Iran bereitet sich militärisch auf mögliche Eskalationen vor. Oberster Führer Mojtaba Khamenei traf sich in den vergangenen Tagen mehrfach mit führenden Militärkommandeuren, darunter Maj. Gen. Abdollahi, und ließ sich über die Einsatzbereitschaft der iranischen Streitkräfte berichten. Abdollahi betonte, dass die nötige Ausrüstung und Waffen vorhanden seien, um „feindliche Handlungen der amerikanisch-zionistischen Gegner“ zu kontern.
Auch Kuwait sah sich erneut Drohnenangriffen ausgesetzt. Früh am Sonntagmorgen drangen mehrere „feindliche Drohnen“ in kuwaitisches Hoheitsgebiet ein und wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums abgewehrt. Seit Beginn des Konflikts wurden über 750 Angriffe iranisch unterstützter Milizen auf US-Ziele im Irak und am Golf gezählt.
Die Straße von Hormus bleibt ein strategisch zentraler Punkt. Täglich passiert etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen diesen engen Seeweg, den Iran kontrolliert. Erst kürzlich überquerte ein katarischer Flüssiggas-Tanker die Straße über die von Iran genehmigte nördliche Route nahe der Insel Qeshm. Der Schiffsverkehr bleibt ansonsten stark eingeschränkt.
Diplomatische Bemühungen laufen parallel: Der katarische Premierminister traf US-Außenminister Marco Rubio in Miami, um die Krise im Golf über Dialog zu lösen. Dabei wurde eine Vermittlung durch Pakistan diskutiert. Die USA warten auf die Antwort Teherans zu einem Vorschlag zur Deeskalation.
Binnenlands verstärken harte Fraktionen im Iran – die sogenannte „Jebhe-ye Paydari“ oder „Ausdauerfront“ – ihren Einfluss. Sie kritisieren alle Zugeständnisse gegenüber den USA und sehen den Widerstand gegen Washington als ewige Aufgabe, während die neue Führung des Landes trotz innerer Spannungen eine vereinte Front präsentiert.
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