Die iranische Fußballnationalmannschaft wird nach Angaben der Regierung nicht an der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 teilnehmen. Das erklärte Sportminister Ahmad Donyamali in einem Interview im staatlichen Fernsehen.
Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit der eskalierenden politischen und militärischen Krise zwischen Iran, den USA und Israel.
Politische Spannungen als Hintergrund
Seit Ende Februar haben sich die Spannungen deutlich verschärft, nachdem die USA und Israel militärische Angriffe auf Ziele im Iran durchgeführt hatten. Bei den Angriffen wurde unter anderem der iranische Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei sowie mehrere ranghohe Funktionäre getötet.
Der Iran reagierte darauf mit Gegenangriffen auf US-Militärbasen und andere Ziele im Nahen Osten.
Vor diesem Hintergrund erklärte der iranische Sportminister, eine Teilnahme an einem Turnier in den Vereinigten Staaten sei derzeit nicht möglich.
„Angesichts der Tatsache, dass dieses korrupte Regime unseren Führer ermordet hat, können wir unter keinen Umständen an der Weltmeisterschaft teilnehmen“, sagte Donyamali.
Sicherheitsbedenken für Spieler
Neben den politischen Spannungen verwies der Minister auch auf Sicherheitsbedenken für die iranische Mannschaft.
Die Situation mache es unmöglich, ein Team in die USA zu schicken. „Unsere Kinder sind nicht sicher“, erklärte Donyamali und betonte, dass unter den aktuellen Umständen eine Teilnahme grundsätzlich ausgeschlossen sei.
Turnier in Nordamerika geplant
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni bis 19. Juli erstmals gemeinsam von USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet.
Iran war bislang für mehrere Gruppenspiele eingeplant:
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gegen Neuseeland am 15. Juni in Los Angeles
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gegen Belgien am 21. Juni ebenfalls in Los Angeles
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gegen Ägypten am 26. Juni in Seattle
FIFA könnte Ersatzteam bestimmen
Der Weltfußballverband FIFA hat bislang nicht offiziell bestätigt, dass Iran endgültig auf eine Teilnahme verzichtet. Laut den Regularien kann der Verband jedoch jederzeit ein anderes Team nominieren, falls eine qualifizierte Nation zurückzieht.
Als möglicher Nachrücker gilt unter anderem Irak, der sich derzeit über ein interkontinentales Playoff für das Turnier qualifizieren will.
Allerdings ist auch Irak von den regionalen Spannungen betroffen: Der Luftraum des Landes ist derzeit teilweise gesperrt, wodurch Spieler aus der heimischen Liga aktuell nicht reisen können.
Trump hatte Teilnahme zuvor offen gelassen
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt erklärt, dass Iran trotz der politischen Lage grundsätzlich bei der Weltmeisterschaft willkommen sei. Gleichzeitig sagte er in einem Interview, es sei ihm gleichgültig, ob die iranische Mannschaft letztlich antrete oder nicht.
Ob Iran seine Entscheidung endgültig bestätigt oder sich die Situation bis zum Turnierbeginn noch ändert, bleibt derzeit offen.
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