Der Nahost-Konflikt erreicht eine neue, hochgefährliche Stufe: Wie mehrere US-Regierungsquellen bestätigen, hat der Iran am Montagnachmittag (Ortszeit) mehrere Raketen auf amerikanische Militärbasen in Katar und im Irak abgefeuert. Ziel war unter anderem der strategisch wichtige US-Stützpunkt Al Udeid Air Base in Katar, das größte amerikanische Militärgelände im Nahen Osten.
Laut iranischem Staatsfernsehen sei eine „militärische Operation“ gegen die US-Basis im Gange. Das Pentagon bestätigte, dass man dabei sei, die Flugbahnen und Einschläge mehrerer Raketen zu analysieren. Auch auf US-Stützpunkte im Irak wurden Angriffe gemeldet.
Eskalation als Reaktion auf US-Luftschläge
Die Angriffe aus Teheran folgen als Vergeltung für die massiven US-Bombardierungen iranischer Atomanlagen am Wochenende. Unter dem Codenamen „Operation Midnight Hammer“ hatten amerikanische Tarnkappenbomber und Marschflugkörper die unterirdischen Nuklearanlagen in Fordow, Natanz und Isfahan ins Visier genommen.
US-Präsident Donald Trump sprach anschließend davon, Irans nukleare Fähigkeiten „vollständig ausgeschaltet“ zu haben – eine Aussage, die bislang nicht unabhängig verifiziert werden konnte. Laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sei jedoch „sehr erheblicher Schaden“ an der empfindlichen Infrastruktur wahrscheinlich.
Iran will „Aggression nicht unbeantwortet lassen“
Irans Präsident Masoud Pezeshkian erklärte in einer ersten Reaktion: „Wir haben diesen Krieg nicht begonnen, aber wir werden jede Aggression mit Entschlossenheit beantworten.“ Auch der Iranische Rundfunk sprach von einem „Beginn der Abrechnung mit den Vereinigten Staaten“. Aus Regierungskreisen in Teheran heißt es, man sei bereit, einen langfristigen Konflikt zu führen – notfalls über Jahre.
Laut CNN berichtete ein hoher iranischer Beamter, dass die iranische Führung direkt Rache von den USA fordert, nicht nur von Israel, das den Konflikt vor rund zwei Wochen mit eigenen Luftschlägen eröffnet hatte.
Luftalarm, Drohnen, elektronische Kriegsführung
Israel berichtete derweil von einer neuen Welle iranischer Raketen, die unter anderem im Süden des Landes einschlugen und Stromausfälle verursachten. Die israelische Armee erklärte, sie habe Dutzende iranische Drohnen mithilfe elektronischer Kampftechnik abgefangen. Auch Dashcam-Videos belegen Explosionen in Städten wie Ashdod.
Frankreich kritisierte unterdessen Israels Angriff auf das berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran, wo unter anderem zwei französische Staatsbürger festgehalten werden. Der französische Außenminister sprach von einer „inakzeptablen Gefährdung“.
Russland stärkt Iran demonstrativ den Rücken
In Moskau traf sich Irans Außenminister Abbas Araghchi mit Präsident Wladimir Putin, der die US-Angriffe als „grundlose Aggression“ verurteilte. Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow betonte: „Unsere strategische Partnerschaft mit Iran ist unerschütterlich.“ Moskau unterstützt das Recht Irans auf Selbstverteidigung.
Sicherheit in Katar verschärft – Luftverkehr gestoppt
Als direkte Reaktion auf die Bedrohungslage wurde der Flugverkehr in Katar am Montag vorübergehend ausgesetzt. Die USA und Großbritannien riefen ihre Staatsbürger im Land auf, sich in Sicherheit zu bringen. Auch das US-Konsulat warnte: „Shelter in place until further notice.“
Ölmarkt bleibt unruhig – Trump fordert Preiskontrolle
Obwohl der Ölpreis unmittelbar nach den US-Angriffen stark gestiegen war, fiel er am Montag wieder. US-Präsident Trump wandte sich auf seiner Plattform Truth Social direkt an die Märkte: „KEEP OIL PRICES DOWN! DRILL, BABY, DRILL!!!“ Auch die Sorge vor einer Schließung der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft, bleibt bestehen.
Fazit: Der Konflikt ist weit davon entfernt, beendet zu sein
Was als gezielte Militäraktion gegen das iranische Atomprogramm begann, hat sich längst zu einem gefährlichen geopolitischen Flächenbrand entwickelt. Ein direkter militärischer Schlagabtausch zwischen Iran und den USA ist jetzt Realität, mit möglichen globalen Folgen – nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch wirtschaftlich.
Wie sich der Iran weiter verhält und ob eine Schließung der Straße von Hormus tatsächlich droht, könnte entscheidend für die weltweite Energieversorgung und die Stabilität im Nahen Osten werden. Die internationale Gemeinschaft ruft zur Deeskalation auf – doch der Wind steht derzeit anders.
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