Frage: Herr Linnemann, die BaFin hat erneut vor betrügerischen Finanzangeboten im Internet gewarnt – diesmal nicht nur vor octavio-capital(.)com, sondern auch vor zd-finanz(.)de. Was sagen Sie zu diesen Entwicklungen?
Niklas Linnemann: Die Warnung vor zd-finanz(.)de reiht sich in eine ganze Serie von Fällen ein, bei denen Anleger durch täuschend echt wirkende Websites zu Geldanlagen verleitet werden. Auch in diesem Fall bieten die Betreiber offenbar ohne jede Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen an. Sie unterliegen nicht der Aufsicht der BaFin – entgegen dem, was oft auf solchen Seiten suggeriert wird. Hier handelt es sich um eine klare Umgehung der gesetzlichen Regelungen in Deutschland.
Frage: Welche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen den Fällen octavio-capital(.)com und zd-finanz(.)de?
Niklas Linnemann: Beide Fälle zeigen ein ähnliches Muster: Die Anbieter treten mit einem professionell gestalteten Internetauftritt auf, versprechen attraktive Anlagemöglichkeiten, verfügen jedoch über keine Zulassung der BaFin. Zudem wird in beiden Fällen suggeriert, man handele legal oder sei sogar beaufsichtigt – was schlichtweg falsch ist. Es handelt sich um illegale Geschäftstätigkeiten gemäß § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz. Die BaFin warnt ausdrücklich davor.
Frage: Welche Rolle spielt die BaFin bei der Aufklärung solcher Fälle?
Niklas Linnemann: Die BaFin ist keine Strafverfolgungsbehörde, aber sie nimmt eine wichtige Rolle im Verbraucherschutz ein. Sie kann Warnungen veröffentlichen, Erlaubnispflichten feststellen und öffentliche Hinweise geben. Im Fall von zd-finanz(.)de und octavio-capital(.)com hat sie öffentlich klargestellt, dass es sich um nicht genehmigte Angebote handelt. Außerdem arbeitet sie häufig mit dem Bundeskriminalamt und den Landeskriminalämtern zusammen, um strafrechtliche Maßnahmen zu ermöglichen.
Frage: Was sollten Verbraucher tun, um sich vor solchen Betrugsversuchen zu schützen?
Niklas Linnemann: Der wichtigste Schritt ist die gründliche Prüfung vor jeder Geldanlage. Die BaFin stellt eine Unternehmensdatenbank zur Verfügung, in der man nachsehen kann, ob ein Anbieter tatsächlich lizenziert ist. Zusätzlich gibt es auf der Website der BaFin die Rubrik „Finanzbetrug erkennen“ – dort werden aktuelle Warnungen veröffentlicht und Hinweise gegeben, worauf man achten sollte. Ich rate jedem Anleger: Wenn Zweifel bestehen, lieber einmal mehr nachfragen – etwa bei der Verbraucherzentrale, einem spezialisierten Anwalt oder direkt bei der BaFin.
Frage: Was können Geschädigte konkret tun, wenn sie bereits auf zd-finanz(.)de oder octavio-capital(.)com hereingefallen sind?
Niklas Linnemann: Auch hier gilt: Schnell handeln. Zahlungen, wenn möglich, stoppen oder rückgängig machen. Sofort Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten und sämtliche Unterlagen sichern. Je früher man reagiert, desto größer ist die Chance, zumindest einen Teil des Schadens zu begrenzen. Viele Betroffene schämen sich zunächst – das ist verständlich, aber unnötig. Diese Betrüger gehen hochprofessionell vor. Jeder kann zum Opfer werden.
Fazit:
Die aktuellen Warnungen der BaFin zu octavio-capital(.)com und zd-finanz(.)de machen deutlich: Die Gefahr durch nicht lizenzierte Finanzanbieter im Internet ist real und wachsend. Anleger sollten sich unbedingt vorab informieren, keine vorschnellen Entscheidungen treffen und im Zweifel rechtlichen Rat einholen.
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