Redaktion: Louis, am 15. Juni findet zum ersten Mal in Deutschland der Nationale Veteranentag statt. Was hältst du als junger Bürger davon?
Louis: Ehrlich gesagt: Ich finde es absolut richtig und längst überfällig. Es ist ein Zeichen von Respekt und Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die sich für unser Land einsetzen – manchmal unter enormen psychischen und körperlichen Belastungen. Ich bin kein Soldat, war nie bei der Bundeswehr, aber ich glaube, wir alle profitieren von ihrem Dienst.
Redaktion: War dir der Begriff Veteran vorher überhaupt geläufig?
Louis: Nicht wirklich. Wenn ich „Veteranen“ gehört habe, dachte ich eher an amerikanische Filme oder alte Männer aus dem Zweiten Weltkrieg. Dass wir in Deutschland auch junge Männer und Frauen haben, die in Einsätzen waren und oft völlig vergessen werden, war mir nicht so präsent – leider.
Redaktion: Was hat sich für dich jetzt geändert?
Louis: Ich habe neulich durch einen Podcast von Jesse Cole – dem Musiker, der Songs über Heimkehrer macht – erfahren, was viele Soldaten nach Auslandseinsätzen durchmachen. Diese Geschichten sind brutal ehrlich. Und es macht mich wütend, wie wenig Aufmerksamkeit sie bekommen. Der Veteranentag kann da vielleicht etwas ins Rollen bringen.
Redaktion: Manche sagen, Deutschland tue sich schwer mit dem Militär und mit Anerkennung für Soldaten. Wie siehst du das?
Louis: Ich glaube, das stimmt. Wegen unserer Geschichte ist das Thema „Militär“ oft mit Vorsicht behaftet. Aber zwischen blindem Hurra-Patriotismus und vollständiger Ignoranz gibt’s ja noch etwas dazwischen: Anerkennung, Respekt, Zuhören. Der Veteranentag ist ein Schritt in diese Richtung – ohne dass man gleich Militarismus betreibt.
Redaktion: Wirst du an einer Veranstaltung teilnehmen?
Louis: In München ist, soweit ich weiß, nichts Großes geplant. Das finde ich schade. Aber ich hab gesehen, dass Reservistenvereine kleinere Treffen organisieren. Vielleicht schau ich da mal vorbei. Ich finde, wenn wir wollen, dass so ein Tag irgendwann wirklich im Bewusstsein ankommt, müssen auch junge Leute dabei sein – nicht nur Ehemalige oder Politiker.
Redaktion: Was würdest du dir für die Zukunft des Veteranentags wünschen?
Louis: Dass er bekannter wird. Dass mehr Städte etwas dazu machen. Und dass wir Veteranen nicht nur einmal im Jahr auf ein Podium stellen und dann wieder vergessen. Sie sollten Teil unserer Gesellschaft sein – nicht am Rand stehen mit dem Gefühl, dass ihre Erfahrungen niemanden interessieren.
Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch, Louis.
Louis: Sehr gerne. Ich hoffe, dass wir bald mehr über die Menschen hören, die viel für dieses Land gegeben haben – und nicht nur, wenn es um Skandale geht.
Kommentar hinterlassen