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Interview mit Gerhard Müller zum Thema: „Sind Crowdinvesting und Crowdfunding immer mit einem Totalverlustrisiko verbunden?“

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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diebewertung.de: Guten Tag, Herr Müller, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Das Thema, das wir heute besprechen möchten, betrifft Crowdinvesting und Crowdfunding. Sind diese Formen der Kapitalanlage immer mit einem Totalverlustrisiko verbunden?

Gerhard Müller: Guten Tag, gerne stehe ich für das Interview zur Verfügung. Was das Totalverlustrisiko betrifft, muss man hier differenzieren. Sowohl beim Crowdinvesting als auch beim Crowdfunding besteht grundsätzlich die Möglichkeit eines Totalverlustes. Bei Crowdinvesting investieren Anleger in Start-ups oder kleine Unternehmen und erhalten im Gegenzug Anteile am Unternehmen oder partiarische Darlehen. Wenn das Unternehmen scheitert, kann es passieren, dass die Anleger ihr investiertes Kapital komplett verlieren.

Beim Crowdfunding hingegen unterstützen Anleger meist kreative oder soziale Projekte und erhalten als Gegenleistung beispielsweise Produkte oder Dienstleistungen. Hier kann es vorkommen, dass das Projekt nicht wie geplant umgesetzt wird oder das Unternehmen hinter dem Projekt insolvent wird, was ebenfalls zu einem Totalverlust führen kann.

diebewertung.de: Verstehe, also gibt es tatsächlich ein Risiko, dass Anleger ihr investiertes Geld komplett verlieren können. Gibt es Maßnahmen, die Anleger ergreifen können, um dieses Risiko zu minimieren?

Gerhard Müller: Richtig, das Risiko eines Totalverlustes besteht. Um dieses zu minimieren, ist es wichtig, dass Anleger sich gründlich über das Projekt oder Unternehmen informieren, in das sie investieren möchten. Eine sorgfältige Prüfung der Geschäftsidee, der Unternehmensstruktur, der Erfahrung des Managements und der Finanzen ist essentiell.

Des Weiteren sollte man sich bewusst sein, dass Crowdinvesting und Crowdfunding oft langfristige Anlagen sind, und man nicht sofort mit Gewinnen rechnen kann. Diversifikation ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Anleger sollten ihr Kapital auf verschiedene Projekte oder Unternehmen streuen, um das Risiko zu verteilen.

diebewertung.de: Das sind gute Ratschläge, um das Risiko zu minimieren. Gibt es außerdem eine Art regulatorischen Schutz für Anleger in diesem Bereich?

Gerhard Müller: Ja, das gibt es. Crowdinvesting und Crowdfunding unterliegen in Deutschland bestimmten Regulierungen. Bei Crowdinvesting-Projekten beispielsweise müssen Unternehmen bestimmte Transparenz- und Informationspflichten erfüllen und ihre Angebote bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registrieren lassen.

Auch beim Crowdfunding gibt es je nach Art des Projekts unterschiedliche rechtliche Vorgaben, die die Plattformen einhalten müssen. Dennoch ist es wichtig zu betonen, dass regulatorischer Schutz das Totalverlustrisiko nicht vollständig ausschließt.

diebewertung.de: Vielen Dank, Herr Müller, für die klaren Einblicke in dieses Thema. Wir hoffen, dass unsere Leserinnen und Leser nun besser informiert sind, wenn es um Crowdinvesting und Crowdfunding geht.

Gerhard Müller: Ich danke Ihnen für die Möglichkeit, dieses Thema zu besprechen. Es ist wichtig, dass Anleger sich bewusst über die Risiken und Chancen informieren, bevor sie in solche Projekte investieren.

diebewertung.de: Absolut, Transparenz und Information sind entscheidend. Nochmals vielen Dank, Herr Müller, für Ihre Zeit und Ihr Fachwissen.

Gerhard Müller: Ich stehe gerne zur Verfügung und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrer Berichterstattung.

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