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Interview mit der US-Notenbank:

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„Wir lassen uns nicht feuern, nur weil Trump schlechte Laune hat“

Reporter: Herr Powell, Donald Trump hat sich mal wieder zu Wort gemeldet – diesmal mit dem subtilen Ratschlag: „Eine kluge Person würde die Zinsen senken.“ Fühlen Sie sich angesprochen?

Powell (trocken): Ich würde sagen, eine kluge Person würde vielleicht auch mal ein Wirtschaftsbuch zu Ende lesen, bevor sie mit geldpolitischen Parolen um sich wirft.

Reporter: Sie wollen also die Zinsen nicht senken – obwohl Trump Ihnen praktisch eine goldene Glaskugel mit der Aufschrift „MAGA braucht niedrige Zinsen“ vor die Füße gelegt hat?

Powell: Sagen wir so: Wir orientieren uns eher an makroökonomischen Daten als an Schottland-basierten Bauchgefühlen nach Premierminister-Treffen.

Reporter: Trump behauptet, die Fed-Zentrale kostet 3,1 Milliarden Dollar. Sie sagten: „Noch von niemandem gehört.“ Also Fake News?

Powell: Ich nenne es: Immobilienmärchen mit Nebenkostenphantasien. Das Gebäude wurde vor fünf Jahren fertig. Die einzige Baustelle, die hier offen ist, ist offenbar das Verhältnis zwischen Realität und Rhetorik.

Reporter: Trotzdem: Trump lässt nicht locker. Er sagt, niedrigere Zinsen würden den USA helfen.

Powell: Klar, und Süßigkeiten helfen Kindern auch – kurzfristig. Aber wenn man sich ständig die Zähne an der Inflation ausbeißt, bringt das alles nichts.

Reporter: Es heißt, Trump habe überlegt, Sie zu feuern – wegen der Renovierungskosten.

Powell: Nach US-Recht kann er mich nicht feuern, nur weil ich seine Zinswünsche ignoriere. Jetzt sucht er sich also Umwege. Morgen kommt er vielleicht mit dem Vorwurf: „Die Teppichfarbe im Fed-Gebäude ist ein Angriff auf Amerika.“

Reporter: Beobachter erwarten, dass der Leitzins bei 4,25–4,5 % bleibt. Warum?

Powell: Inflation zieht wieder an, Arbeitsmarkt brummt. Es gibt einfach keinen Grund für voreilige Lockerungen – außer, man führt Wahlkampf mit der Zinswaffe.

Reporter: Trump macht sich schon bereit, die Fed für alles verantwortlich zu machen, was im Wahlkampf nicht läuft.

Powell: Dann ist wenigstens klar: Wenn er verliert, war es nicht das Wahlergebnis – sondern der Leitzins.


🧠 Hintergrund:

  • Fed-Leitzins: bleibt voraussichtlich unverändert bei 4,25–4,5 %
  • Inflation: zuletzt wieder leicht gestiegen
  • Trump: fordert seit Monaten aggressive Zinssenkungen – nun auch per Umweg über angeblich explodierende Renovierungskosten
  • Fed-Chef Powell: bleibt (noch) unangetastet, Amtszeit bis 2026

📌 Kommentar:

Trump will Zinsen runter, Powell bleibt standhaft.
Was als geldpolitische Debatte begann, ist längst zur Reality-Show verkommen. Die Fed bleibt (vorerst) unabhängig – aber es wird enger zwischen Inflationszielen, Wahlkampfgeschrei und Fake-Baustellen.

Das Interview wurde fiktiv geführt

 

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