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Inflation in den USA: Preisauftrieb so stark wie seit Januar nicht mehr

Alexandra_Koch (CC0), Pixabay
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Die neuesten Inflationsdaten aus den USA zeigen einen moderaten Anstieg der Verbraucherpreise im September. Laut dem Verbraucherpreisindex (CPI) stiegen die Preise gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent – etwas weniger als von Analysten erwartet. Dennoch lag die Jahresinflation mit 3,0 Prozent auf dem höchsten Stand seit Januar.

Trotz des leichten Preisanstiegs reagierten die Finanzmärkte positiv. Die Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung durch die US-Notenbank Federal Reserve beim nächsten Treffen wurde dadurch gestärkt. Der Dow Jones stieg um über 500 Punkte, auch S&P 500 und Nasdaq erreichten neue Höchststände.

Wirtschaftliche Unsicherheit durch Regierungsstillstand

Die Veröffentlichung der CPI-Daten ist die erste und bislang einzige offizielle Wirtschaftsstatistik der US-Regierung im Oktober, da der anhaltende Regierungsstillstand (Shutdown) viele Behörden zur Arbeitseinstellung zwingt. Das Weiße Haus teilte mit, dass der Inflationsbericht für Oktober wahrscheinlich vollständig ausfallen wird.

Stimmen aus der Wirtschaft: Inflation bleibt Risiko

Obwohl die Inflation im September nicht so stark ausfiel wie befürchtet, warnen einige Ökonomen weiterhin vor möglichen Preissprüngen in den kommenden Monaten. Mark Zandi, Chefökonom von Moody’s Analytics, sprach von einer „unangenehm hohen Inflation“, die durch Faktoren wie Zölle, steigende Dienstleistungskosten und Angebotsengpässe weiter angetrieben werden könnte. Besonders stark stiegen die Preise in den Bereichen Altenpflege (+7 %), Krankenhausdienstleistungen (+0,8 %) und Umzugsdienstleistungen (+1,3 %).

Zinssenkungen der Fed erwartet

Laut verschiedenen Marktbeobachtern könnte der aktuelle Inflationsbericht der Fed den Weg für weitere Zinssenkungen ebnen. Bereits jetzt sind die Hypothekenzinsen auf den niedrigsten Stand des Jahres gefallen (30-jährige Hypothek: 6,19 %). Die Konsensmeinung unter Analysten geht von weiteren Leitzinssenkungen im Oktober und Dezember aus.

Zinssenkungen gelten als konjunkturfördernd: Sie senken Kreditkosten, fördern Investitionen und steigern Konsumausgaben – was wiederum die Börsen beflügelt. Gleichzeitig sinken die Renditen von Staatsanleihen, was Aktienanlagen attraktiver macht.

Haushalte weiterhin belastet

Laut einer Analyse von Moody’s Analytics müssen US-Haushalte im Schnitt 208 US-Dollar mehr pro Monat ausgeben als im Vorjahr, um denselben Lebensstandard zu halten. Im Vergleich zu Anfang 2021 belaufen sich die Mehrkosten auf monatlich 1.043 Dollar. Trotz steigender Löhne reicht das Plus bei vielen nicht aus, um die Inflation vollständig auszugleichen.

Verbraucherstimmung sinkt

Eine Umfrage der Universität Michigan ergab, dass das Verbrauchervertrauen im Oktober leicht gesunken ist – vor allem aufgrund der Sorge über anhaltend hohe Preise. Der Index fiel auf 53,6 Punkte, den siebt-niedrigsten Wert seit 1952. Die Auswirkungen des Regierungsstillstands spielten in der öffentlichen Wahrnehmung hingegen kaum eine Rolle.

Sozialleistungen: Nur geringe Anpassung in 2026

Die Sozialversicherungsbehörde kündigte eine Anpassung der Rentenzahlungen um 2,8 % für 2026 an. Trotz der Erhöhung kritisieren viele Senioren, dass diese nicht ausreiche, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen.

Ausblick: Inflation bleibt politisch und wirtschaftlich zentrales Thema

Die neue Inflationsentwicklung zeigt: Zwar ist der Preisdruck aktuell moderater als erwartet, doch Risiken bestehen weiterhin – sowohl aufgrund geopolitischer Spannungen (wie Sanktionen gegen Russland) als auch wegen möglicher Preisaufschläge durch Zölle auf Importwaren wie Kaffee oder Kleidung.


Fazit:
Die Inflationsdaten für September liefern ein gemischtes Bild: kurzfristige Entspannung an den Märkten, jedoch anhaltende Belastung für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die US-Notenbank steht vor der Herausforderung, zwischen Wachstumsförderung und Preisstabilität abzuwägen – vor dem Hintergrund politischer Unsicherheit und eines laufenden Regierungsstillstands.

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