In der peruanischen Hauptstadt Lima ist ein indonesischer Diplomat erschossen worden. Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen von einem gezielten Auftragsmord aus. Innenminister Carlos Malaver sprach vor Abgeordneten von einem „qualifizierten Tötungsdelikt“.
Bei dem Opfer handelt es sich um den 40-jährigen Zetro Leonardo Purba, Mitarbeiter der indonesischen Botschaft. Laut Polizei wurde Purba mit drei Schüssen niedergestreckt, mutmaßlich von einem Unbekannten, der anschließend flüchtete. Rettungskräfte konnten ihn nicht mehr reanimieren.
Hintergründe noch unklar
Über das Tatmotiv gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Ermittler prüfen, ob Purba wegen seiner diplomatischen Funktion Ziel des Angriffs wurde oder ob private bzw. kriminelle Hintergründe eine Rolle spielen. Medienberichte in Lima spekulieren über einen möglichen Zusammenhang mit organisierter Kriminalität, die in der Region stark präsent ist.
Internationale Reaktionen
Das indonesische Außenministerium forderte umgehend eine gründliche Aufklärung und kündigte an, eng mit den peruanischen Behörden zu kooperieren. In Jakarta löste die Nachricht tiefe Bestürzung aus; Präsident Joko Widodo sprach von einem „feigen Angriff auf einen Vertreter unseres Landes“.
Auch die peruanische Regierung bemühte sich, diplomatische Spannungen zu vermeiden. Innenminister Malaver betonte, alles werde getan, um die Täter schnell zu fassen.
Sicherheitslage in Peru erneut in Kritik
Der Mord wirft erneut ein Schlaglicht auf die angespannte Sicherheitslage in Peru. Vor allem in Lima häufen sich Berichte über Gewaltverbrechen und Morde, die oft im Zusammenhang mit Drogen- und Bandenkriminalität stehen. Kritiker werfen der Regierung vor, zu wenig gegen die zunehmende Gewalt zu unternehmen.
Für die diplomatische Gemeinschaft im Land ist die Tat ein Alarmzeichen. Schon mehrfach hatten Botschaften in Südamerika zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter eingeführt.
Folgen für die Beziehungen?
Ob der Mord an Purba diplomatische Konsequenzen für das Verhältnis zwischen Jakarta und Lima haben wird, ist noch offen. Beobachter halten es jedoch für wahrscheinlich, dass Indonesien auf verstärkten Schutz seiner Vertretungen in Lateinamerika drängt und notfalls eigene Sicherheitskräfte entsendet.
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