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IG-Metall-Chefin fordert Dividendenverzicht – Aktionäre sollen Automobilkrise mittragen

geralt (CC0), Pixabay
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Angesichts der angespannten Lage in der deutschen Automobilindustrie fordert IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner von den Anteilseignern der großen Hersteller einen aktiven Beitrag zur Krisenbewältigung. Die Aktionäre müssten bereit sein, bei den Dividendenzahlungen deutliche Abstriche zu machen, um Arbeitsplätze und Zukunftsinvestitionen zu sichern.

„Wir müssen da zusammen durch“, sagte Benner mit Blick auf die jüngsten Gewinnrückgänge in der Branche. Der Appell richtet sich vor allem an die Anteilseigner von Mercedes-Benz, BMW und dem Volkswagen-Konzern – alle drei hatten in den vergangenen Monaten deutliche Gewinneinbrüche gemeldet, vor allem aufgrund der schwächelnden Weltkonjunktur, hoher Zinsen und sinkender Nachfrage auf wichtigen Märkten wie China.

Trotz dieser wirtschaftlichen Dämpfer schütteten die Hersteller weiterhin hohe Dividenden aus:

  • Volkswagen: 6,30 Euro je dividendenberechtigter Stammaktie

  • BMW: 4,30 Euro

  • Mercedes-Benz: 4,30 Euro

Benner kritisierte, dass diese Ausschüttungspolitik in Zeiten großer struktureller Herausforderungen ein falsches Signal setze. Digitalisierung, Elektromobilität und der weltweite Konkurrenzdruck erforderten aus Sicht der Gewerkschaft deutlich höhere Rücklagen und Investitionen. „Das Geld, das heute an die Aktionäre fließt, fehlt morgen möglicherweise bei der Qualifizierung der Beschäftigten oder bei der Entwicklung neuer Technologien“, so die IG-Metall-Chefin.

Branche im Umbruch

Die deutsche Autoindustrie steht derzeit vor einem massiven Strukturwandel. Neben der Transformation hin zur Elektromobilität drücken geopolitische Unsicherheiten, volatile Rohstoffpreise und neue Umweltauflagen auf die Margen. Auch der Kostendruck durch den Aufbau neuer Produktionskapazitäten in Nordamerika und Asien wächst.

In diesem Umfeld fordert Benner eine Solidargemeinschaft zwischen Management, Belegschaft und Anteilseignern. Während Beschäftigte bereits durch flexible Arbeitszeiten, Kurzarbeit und Zugeständnisse bei Sonderzahlungen zur Stabilisierung beigetragen hätten, müssten nun auch die Investoren einen Teil der Last tragen.

Signalwirkung über die Autobranche hinaus

Sollte es gelingen, die Aktionäre zu einer Dividendenzurückhaltung zu bewegen, hätte das laut Branchenbeobachtern eine Signalwirkung auch für andere Industriezweige. Die Frage, ob kurzfristige Renditen oder langfristige Wettbewerbsfähigkeit Vorrang haben, dürfte dabei noch intensiver in den Fokus rücken.

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