Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat angesichts immer häufiger auftretender Hitzewellen in Deutschland eine klare Forderung an die Bauwirtschaft gestellt: Bei extremen Temperaturen müssen die Arbeiten auf Baustellen zeitweise unterbrochen oder ganz eingestellt werden. Nach Ansicht des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der IG BAU, Burkhardt, sollte spätestens bei einer Lufttemperatur von über 33 Grad Celsius Schluss sein. „Ab diesem Punkt helfen weder Sonnencreme noch das Bereitstellen von Wasser oder zusätzliche Pausen – die gesundheitliche Belastung für die Beschäftigten ist dann einfach zu groß“, erklärte er.
Burkhardt warnte, dass das Arbeiten in praller Sonne und unter brütender Hitze ein erhebliches Risiko für Kreislaufprobleme, Hitzschläge und andere ernsthafte Gesundheitsschäden darstellt. Gerade Bauarbeiter, die oft stundenlang im Freien und in direkter Sonneneinstrahlung arbeiten, seien einer besonders hohen Gefahr ausgesetzt.
Die Gewerkschaft betont, dass Hitzeschutz kein „Luxus“ oder freiwilliges Zusatzangebot der Arbeitgeber sei, sondern ein elementares Grundrecht, das für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten unverzichtbar ist. Burkhardt forderte daher, dass Bauunternehmen verbindliche Regelungen zum Hitzeschutz umsetzen, etwa flexible Arbeitszeiten mit frühen Startzeiten, vermehrte Schattenpausen oder im Extremfall komplette Arbeitsunterbrechungen.
Auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, der die Zahl der Hitzetage in Deutschland in den kommenden Jahren weiter steigen lassen dürfte, sieht die IG BAU dringenden Handlungsbedarf. Arbeitgeber, so die Gewerkschaft, stünden in der Pflicht, die Arbeitsbedingungen an diese veränderten klimatischen Herausforderungen anzupassen – nicht nur aus Fürsorgepflicht, sondern auch aus rechtlicher Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten.
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