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„Ich will einfach nur schlafen“ – Luftangriffe erschüttern iranische Städte

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Nach zehn Tagen anhaltender Angriffe durch Israel und die USA berichten Bewohner Irans von Erschöpfung, Angst und schlaflosen Nächten. Immer wieder erschüttern Explosionen die Hauptstadt Teheran und die nahegelegene Stadt Karaj, während Stromausfälle und beschädigte Gebäude den Alltag zusätzlich erschweren.

„Letzte Nacht war ich völlig im Dunkeln“, berichtete ein Mann in seinen 30ern aus Teheran gegenüber BBC Persian. Mehrere Bewohner schilderten Stromausfälle oder starke Schwankungen im Stromnetz, nachdem Angriffe die Infrastruktur getroffen hatten.

Ein junger Mann aus der Hauptstadt sagte verzweifelt:
„Sie haben heute eine Straße in unserer Nähe getroffen. Ich fühle mich schrecklich. Ich möchte heute Nacht einfach nur schlafen können.“

Ein anderer Bewohner erklärte, die Einschläge kämen jeden Tag näher:
„Wir leben noch – aber die Orte, an denen die Raketen einschlagen, rücken immer näher.“

Neue Angriffswellen auf Teheran

Das israelische Militär teilte mit, dass am Montagabend eine breite Angriffswelle auf Ziele in Teheran begonnen habe. Nach Angaben der Armee wurden unter anderem ein unterirdischer Komplex der Revolutionsgarden für Waffenforschung, Infrastruktur der Quds-Einheit sowie weitere militärische Einrichtungen und Produktionsstätten für Waffen angegriffen.

Am Dienstag folgte laut Militär eine weitere Angriffswelle auf Ziele in der iranischen Hauptstadt.

Der Krieg hatte am 28. Februar begonnen, als die USA und Israel gemeinsam Ziele im Iran angriffen. Iran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf Ziele in Ländern des Nahen Ostens, in denen sich US-Militärbasen befinden.

Viele Tote seit Kriegsbeginn

Nach Angaben der in den USA ansässigen Organisation Human Rights Activists in Iran (HRANA) sind seit Beginn des Konflikts 1.761 Menschen im Iran getötet worden, darunter mindestens 1.245 Zivilisten und 194 Kinder.

Da unabhängige Journalisten nur eingeschränkten Zugang zum Land haben, lassen sich diese Zahlen derzeit nicht unabhängig bestätigen.

Alltag im Krieg

Viele Einwohner berichten, dass ihr normales Leben praktisch zum Stillstand gekommen sei.

Ein Mann aus Teheran schilderte, dass die Angriffe zeitweise 20 Minuten lang ohne Unterbrechung andauerten.
„Ich bin müde. Meine ganze Routine ist verschwunden. Entweder ich kann meine normalen Dinge nicht mehr tun oder mir fehlt die Kraft dazu.“

Eine junge Frau aus der Hauptstadt berichtete von Explosionen im Abstand von wenigen Stunden und einem ungewöhnlichen weißen Licht am Himmel während der Angriffe.

Unterschiedliche Reaktionen der Bevölkerung

Einige Menschen hoffen, dass der Krieg das Ende der islamischen Führung im Land beschleunigt.

Ein Bewohner aus Karaj sagte, er werde die Situation „so lange ertragen, bis das Regime verschwunden ist“. Auch eine Restaurantbesitzerin aus der Stadt erklärte, man halte trotz der Angst durch:
„Selbst wenn wir sterben, ist das nichts im Vergleich zu den Leben, die bereits verloren gegangen sind.“

Andere reagieren jedoch mit zunehmender Verzweiflung. Ein junger Mann aus Karaj sagte:
„Der Krieg überfordert mich. Die möglichen Zukunftsszenarien für die Menschen im Iran sind wirklich beängstigend.“

Zwischen Protest und Krieg

Ein weiterer Bewohner aus Teheran berichtete, er sei während der Anti-Regierungsproteste im Winter von Sicherheitskräften ins Auge geschossen worden. Laut HRANA wurden bei der Niederschlagung der Proteste mehr als 6.400 Menschen getötet und rund 25.000 verletzt.

„Wir sind die Opfer“, sagte er. „Das Regime hat uns verletzt – und jetzt findet wegen dieses Systems auch noch ein Krieg statt, der uns wieder trifft.“

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