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„Ich dachte, ich würde als Sexsklavin sterben“ – erschütternde Enthüllungen aus Virginia Giuffres posthumem Buch

geralt (CC0), Pixabay
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Die prominente Missbrauchsüberlebende Virginia Giuffre, die den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein schwer belastete, schildert in ihrem posthum veröffentlichten Buch „Nobody’s Girl“ erschütternde Details ihrer jahrelangen Leidenszeit. Das Werk erscheint fast sechs Monate nach ihrem Tod und wurde von der BBC vorab eingesehen.

In ihren Aufzeichnungen beschreibt Giuffre, dass sie befürchtete, „als Sexsklavin zu sterben“ – ausgeliefert Epstein und seinem einflussreichen Umfeld. Das Buch zeigt ein Netzwerk aus wohlhabenden und mächtigen Menschen, die junge Frauen systematisch ausnutzten und missbrauchten.

Im Mittelpunkt des Rings standen Epstein und seine frühere Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell, die derzeit wegen Menschenhandels eine 20-jährige Haftstrafe verbüßt. Giuffre schreibt, sie habe beide auch Jahrzehnte später noch als bedrohlich in Erinnerung.

Die Schilderungen sind schwer zu ertragen: Sie berichtet von sadistischen Übergriffen, bei denen sie körperlich gequält wurde und „so große Schmerzen hatte, dass sie betete, das Bewusstsein zu verlieren“. Epstein habe sie und andere junge Frauen an wohlhabende Männer „verliehen“ – viele davon mächtige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Systematischer Missbrauch

Giuffre beschreibt, dass die Mädchen auf kindliches Aussehen getrimmt wurden. Ihre eigene Essstörung sei von Epstein und Maxwell sogar ermutigt worden. „Ich wurde regelmäßig benutzt und erniedrigt – geschlagen, gewürgt und blutig geschlagen“, schreibt sie. „Ich glaubte, ich würde als Sexsklavin sterben.“

Laut Giuffre wurden junge Frauen in die Vereinigten Staaten, in die Karibik und nach Europa gebracht, um dort reiche Männer zu bedienen. Viele hätten kaum Englisch gesprochen und seien besonders leicht manipulierbar gewesen. Epstein habe darüber gelacht und gesagt, „sie seien die unkompliziertesten Mädchen“.

Nachwirkungen und politische Brisanz

Giuffre hatte in den Jahren vor ihrem Tod zivilrechtliche Verfahren gegen mehrere Beteiligte angestrengt. In einem Fall kam es zu einer außergerichtlichen Einigung, die auch eine einjährige Schweigepflicht enthielt. Diese sei laut Giuffre insbesondere für die öffentliche Reputation der britischen Monarchie wichtig gewesen.

Ihr Buch geht jedoch weit über einzelne Fälle hinaus: Es dokumentiert den strukturellen Charakter des Missbrauchssystems – ein Netzwerk, das durch Geld, Macht und Schweigen zusammengehalten wurde.

Epstein wurde bereits 2008 wegen der Anwerbung Minderjähriger zu sexuellen Zwecken verurteilt und nahm sich 2019 im Gefängnis das Leben, während er auf einen neuen Prozess wegen Menschenhandels wartete. Maxwell wurde 2021 verhaftet und 2022 schuldig gesprochen.

Giuffres posthume Memoiren sind damit nicht nur ein persönliches Zeugnis des Missbrauchs, sondern auch ein Dokument über die Machtstrukturen, die solchen Taten über Jahre hinweg Vorschub leisteten. Sie sollen am kommenden Dienstag offiziell erscheinen.

Am Ende ihres Buches schreibt sie:

„Ich habe überlebt – aber zu welchem Preis? Ich erzähle meine Geschichte, damit niemand jemals wieder in dieselbe Falle gerät.“

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