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Hurrikan „Melissa“ steuert auf Jamaika zu – Experten warnen vor „beispielloser Katastrophe“

WikimediaImages (CC0), Pixabay
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Der Tropensturm Melissa hat sich am Samstag zu einem Hurrikan entwickelt – und könnte laut US-Wetterdiensten in den kommenden Tagen zu einem der stärksten Wirbelstürme des Jahres werden. Der Nationale Hurrikan-Dienst der USA (NHC) warnte, Melissa könne sich über dem Karibischen Meer weiter intensivieren und bis Montag oder Dienstag die Kategorie 5 erreichen – mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometern pro Stunde.

Jamaika rüstet sich für den Ausnahmezustand

In Jamaika bereiten sich die Behörden auf ein Szenario vor, das der Leiter des nationalen Wetterdienstes, Evan Thompson, als „noch nie dagewesen“ bezeichnete.

„Wir haben so etwas in unserer Geschichte noch nicht erlebt“, sagte Thompson am Samstag. „Die Menschen müssen dieses Ereignis als außergewöhnlich betrachten.“

Bereits ab Montag sollen erste orkanartige Böen über die Insel fegen. Meteorologen erwarten Regenmengen von 400 bis 600 Millimetern – genug, um weite Teile des Landes unter Wasser zu setzen. In südlichen Küstengebieten wird mit einer Sturmflut von bis zu 2,5 Metern gerechnet.

Das volle Ausmaß des Hurrikans soll Jamaika voraussichtlich am Dienstag treffen. Danach könnten Landslides, Überschwemmungen und blockierte Straßen die Hilfsmaßnahmen erheblich erschweren.

Tote in Haiti und der Dominikanischen Republik

Schon bevor Melissa offiziell Hurrikanstärke erreichte, kam es auf Haiti und in der Dominikanischen Republik zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Lokale Medien berichten von mehreren Toten. Besonders in Haiti, wo viele Regionen nach dem schweren Erdbeben 2021 noch immer zerstört sind, befürchten Hilfsorganisationen einen humanitären Notstand.

Kein direkter Einfluss auf die USA – aber gefährliche Küsten

Für die Vereinigten Staaten wird Melissa nach jetzigem Stand keine direkten Auswirkungen haben. Meteorologen erwarten jedoch hohen Wellengang, Stranderosion und gefährliche Strömungen entlang der US-Ostküste.

Ein zusätzlicher Küstensturm über dem Atlantik könnte die Situation in der kommenden Woche noch verschärfen, warnte der Wetterdienst AccuWeather.


Rekordsturm mit Symbolkraft

Klimaforscher sehen in Melissa ein weiteres Beispiel für die zunehmende Intensität tropischer Wirbelstürme. Wärmere Meere liefern den Hurrikans mehr Energie – und sorgen dafür, dass sie sich schneller verstärken.

„Wir erleben derzeit die neue Normalität des Klimawandels“, sagte der Meteorologe Matt Lanza aus Houston. „Melissa wird ein sehr starker, zerstörerischer Sturm mit weitreichenden Folgen für Haiti, Jamaika und Kuba.“

Hintergrund: Wie ein Hurrikan entsteht

Hurrikans entstehen über warmem Ozeanwasser, wenn sich Gewittercluster zu einem rotierenden Tiefdrucksystem verbinden. Ab einer Windgeschwindigkeit von 74 Meilen pro Stunde (119 km/h) gilt ein Sturm als Hurrikan.
Die Einteilung erfolgt in fünf Kategorien – von 1 (geringere Schäden) bis 5 (katastrophale Verwüstungen).

Was Behörden empfehlen

Die US-Wetterbehörde NOAA ruft alle Menschen in gefährdeten Regionen dazu auf, sich rechtzeitig vorzubereiten:

  • Evakuierungsplan erstellen und Fluchtwege kennen.

  • Notvorräte anlegen – Trinkwasser, Lebensmittel, Medikamente.

  • Haus absichern – lose Gegenstände befestigen, Fensterläden schließen.

  • Versicherung prüfen – viele Hausrat- oder Gebäudeversicherungen decken keine Flutschäden ab.

Ausblick

Hurrikan Melissa bewegt sich derzeit nordwestwärts über das Karibische Meer. Sollte sich die Prognose bestätigen, droht Jamaika am Dienstag der schwerste Sturm seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auch Kuba und die Kaimaninseln könnten in den darauffolgenden Tagen betroffen sein.

Fazit:
Mit Melissa steht der Karibik ein extremes Wetterereignis bevor, das erneut zeigt, wie verwundbar Inselstaaten angesichts der fortschreitenden Erderwärmung sind. Während sich Jamaika auf den Ausnahmezustand vorbereitet, hoffen Meteorologen, dass der Sturm auf offener See abdreht – doch die Prognosen bleiben bedrohlich.

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