Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton hat der Regierung von Präsident Donald Trump im Umgang mit den sogenannten Epstein-Akten eine „Vertuschung“ vorgeworfen. In einem Interview mit der BBC am Rande des World Forum in Berlin forderte sie: „Veröffentlicht die Akten. Man verzögert das absichtlich.“
Das Weiße Haus wies die Vorwürfe zurück. Mit der Freigabe tausender Seiten habe man „mehr für die Opfer getan als die Demokraten jemals“, hieß es. Das US-Justizministerium erklärte, alle nach dem „Epstein Files Transparency Act“ vorgeschriebenen Dokumente seien veröffentlicht worden. Mehrere Abgeordnete halten die Offenlegung jedoch für unzureichend und verlangen zusätzlich interne Vermerke zu früheren Ermittlungsentscheidungen.
Hillary und Bill Clinton sollen Ende Februar vor dem zuständigen Kongressausschuss aussagen – Bill Clinton am 27., Hillary Clinton einen Tag zuvor. Eine zunächst geplante Abstimmung über ein Missachtungsverfahren wurde ausgesetzt, nachdem beide ihre Aussage zugesagt hatten. Es wäre das erste Mal seit 1983, dass ein ehemaliger US-Präsident vor einem Kongressausschuss aussagt.
Bill Clinton taucht mehrfach in den Epstein-Unterlagen auf, bestreitet jedoch jegliches Fehlverhalten und betont, den Kontakt zu Epstein vor rund 20 Jahren beendet zu haben. Auch Hillary Clinton wird nicht von Opfern beschuldigt. Sie plädiert für eine öffentliche Anhörung: „Wir haben nichts zu verbergen. Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel.“
Clinton deutete an, sie und ihr Mann würden politisch instrumentalisiert, um von Trump abzulenken. Der Präsident, der ebenfalls in den Akten erwähnt wird, bestreitet jede Verbindung zu möglichen Straftaten und erklärte gegenüber der BBC, er sei „entlastet“ worden.
Auch der britische Prinz Andrew steht weiter unter Druck. Clinton sagte, grundsätzlich solle „jeder aussagen, der dazu aufgefordert wird“. Andrew bestreitet Fehlverhalten und hatte 2022 einen außergerichtlichen Vergleich ohne Schuldeingeständnis geschlossen.
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