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Handel mit der EU wichtiger als mit den USA

rachelmatthews7 (CC0), Pixabay
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Die britische Finanzministerin Rachel Reeves betonte gegenüber der BBC, dass der Handel mit der Europäischen Union „wohl wichtiger“ sei als der mit den USA. Obwohl Reeves derzeit an einem Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten arbeitet, stellte sie klar, dass der Wiederaufbau enger Beziehungen zu den europäischen Nachbarn Priorität habe.

„Unsere Beziehung zu Europa ist entscheidend, weil sie unsere nächsten Handelspartner sind“, sagte Reeves. Neben ihrem Treffen mit dem US-Finanzminister Scott Bessent sprach sie diese Woche auch mit Kollegen aus Frankreich, Deutschland, Spanien, Polen, Schweden und Finnland.

Gleichzeitig bestätigte ein Sprecher der Regierung, dass Reeves lediglich eine „Tatsache“ wiedergegeben habe – die EU ist weiterhin Großbritanniens größter Handelspartner. Premierminister Keir Starmer hatte zuvor erklärt, dass die Wahl zwischen EU und USA eine „falsche Entscheidung“ sei.

Trotz des Fokus auf Europa betont Reeves, dass die Regierung „mit Hochdruck“ an einem Deal mit den USA arbeite. So könnte Großbritannien als Teil eines größeren Abkommens die Zölle auf US-Autoimporte von derzeit 10 % auf 2,5 % senken.

Kritik kam von der Opposition: Andrew Griffith, Schattenwirtschaftsminister der Konservativen, forderte, ein Abkommen mit den USA zu priorisieren, da Großbritannien bereits ein zollfreies Abkommen mit der EU habe. Die Liberaldemokratin Daisy Cooper begrüßte Reeves‘ Aussagen, warf der Regierung jedoch vor, bisher kaum konkrete Fortschritte beim EU-Handel erzielt zu haben.

Im Gespräch über US-Handelszölle zeigte Reeves Verständnis für Trumps wirtschaftspolitische Ziele. Dennoch bleibt die Unsicherheit hoch: Großbritannien unterliegt derzeit einem US-Autozoll von 25 % sowie einem allgemeinen Tarif von 10 %. Während ein endgültiges Abkommen noch aussteht, sind viele Strafzölle bis Juli ausgesetzt.

Die Gespräche seien kompliziert, so Reeves, da Unsicherheiten an den Anleihe- und Aktienmärkten Investitionen erschwerten – eine Herausforderung, die derzeit viele G20-Staaten beschäftigt.

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