Was in Virginia zunächst wie ein brutaler Einbruchsversuch aussah, entpuppte sich nach Tagen der Ermittlungen als missglückter Familienstreich. Drei maskierte Personen, die in einem Video mit Drohungen und Gewaltversuchen an der Tür eines Hauses in Alexandria zu sehen waren, stellten sich als Verwandte der Bewohner heraus – darunter eine Mutter, ihre beiden Söhne und ein Neffe.
Der Vorfall ereignete sich am 14. Oktober, mitten in der Halloween-Zeit. Das Trio trug gruselige Masken und näherte sich dem Haus, während eine Türkamera den gesamten Ablauf filmte. Auf dem Video ist zu hören, wie einer der Eindringlinge ruft: „Entweder ihr kommt raus, oder wir kommen rein!“ – während gleichzeitig heftig an der Tür gerüttelt und der Gartenzaun beschädigt wurde.
Der Fall erregte landesweit Aufsehen, bis die Polizei nach über 100 Stunden Ermittlungsarbeit schließlich die Beteiligten identifizierte. Polizeichef Tarrick McGuire erklärte auf einer Pressekonferenz, eine erwachsene Frau habe gestanden, dass der Vorfall ein „Halloween-Streich“ gewesen sei, den sie gemeinsam mit ihren Kindern inszeniert habe. Zwei weitere Erwachsene und ein Kind hätten die Aktion gefilmt.
McGuire fand deutliche Worte: „Das war ein moralisches Versagen. Hätte jemand in Panik zur Waffe gegriffen, wäre dieser Streich in einer Tragödie geendet.“ Tatsächlich hatte die Hausbesitzerin sofort die Polizei und ihren Bruder alarmiert – Letzterer traf bewaffnet am Haus ein, nur Minuten bevor Einsatzkräfte eintrafen.
Da die Betroffenen keine Anzeige erstatten wollten, wird es keine strafrechtlichen Konsequenzen geben. „Erwachsene sollten Verantwortung für ihre Kinder übernehmen und derartige Aktionen niemals zulassen“, betonte McGuire.
Das von der Türklingel-Kamera aufgezeichnete Video verbreitete sich rasch in sozialen Netzwerken und sorgte bei vielen Zuschauern für Gänsehaut. Erst später stellte sich heraus, dass es sich um ein Familienmitgliederspektakel handelte, das völlig außer Kontrolle geraten war.
Die Hausbewohnerin Shayla Whiteside sagte gegenüber Medien, sie habe die maskierten Personen zunächst für Fremde gehalten. „Sie schrien, rüttelten an der Tür, zerstörten den Zaun und schrien, sie würden uns töten“, berichtete sie.
Zum Glück wurde niemand verletzt – aber der Fall gilt nun als mahnendes Beispiel dafür, dass falscher Horror schnell zu echtem Albtraum werden kann.
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