Der größte bekannte Cyclospora-Ausbruch in den Vereinigten Staaten gilt offiziell als beendet. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC stand die Erkrankungswelle mit verunreinigtem Eisbergsalat in Verbindung.
Seit dem 1. Mai wurden in 21 Bundesstaaten insgesamt 12.883 Infektionen durch Laboruntersuchungen bestätigt. Am 11. September erklärte die Behörde den betreffenden Ausbruch für beendet. Die Zahl der neu festgestellten Erkrankungen sei zuletzt deutlich zurückgegangen. Der mit dem Ausbruch in Verbindung gebrachte Salat werde nicht mehr in Geschäften oder Restaurants angeboten.
Als Ursache identifizierten die Behörden Eisbergsalat, den das Unternehmen Taylor Farms in Mexiko anbauen ließ. Die Untersuchungen sind damit jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Landesweit werden weiterhin mehrere Gruppen von Cyclospora-Erkrankungen geprüft. Nach Angaben der US-Lebensmittelbehörde FDA ist bei mindestens fünf weiteren Ausbrüchen noch unklar, welche Lebensmittel die Infektionen ausgelöst haben.
Fast 20.000 Erkrankungen im ganzen Land
Bis zum 8. September wurden in 49 Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington insgesamt 19.595 Fälle von Cyclosporiasis registriert. Mindestens 1.043 Erkrankte mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zudem wurden zwei Todesfälle gemeldet.
Die tatsächliche Zahl der Infizierten könnte nach Einschätzung der Gesundheitsbehörde deutlich höher liegen. Viele Betroffene erholen sich zu Hause und lassen sich nicht ärztlich untersuchen. Ohne entsprechende Laboruntersuchung tauchen diese Erkrankungen nicht in der offiziellen Statistik auf.
Hinzu kommt eine zeitliche Verzögerung bei der Erfassung. Zwischen einer Infektion und der Aufnahme in die bundesweite Statistik können etwa sechs Wochen liegen. Zunächst muss die Erkrankung diagnostiziert, anschließend bestätigt und schließlich von den örtlichen und bundesstaatlichen Stellen an die Bundesbehörden gemeldet werden.
Deshalb können auch nach dem offiziell erklärten Ende des Ausbruchs noch weitere Fälle in die Statistik aufgenommen werden. Dabei kann es sich um Erkrankungen handeln, die bereits mehrere Wochen zurückliegen.
Was ist Cyclosporiasis?
Cyclosporiasis ist eine Darmerkrankung, die durch den mikroskopisch kleinen Parasiten Cyclospora cayetanensis verursacht wird. Menschen können sich durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser anstecken.
Zu den häufigsten Beschwerden gehören starker und teilweise länger anhaltender Durchfall, Bauchkrämpfe, Blähungen, Übelkeit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Bei manchen Betroffenen treten die Symptome über mehrere Wochen hinweg immer wieder auf.
Besonders belastend kann die Erkrankung für ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem und Patienten mit anderen gesundheitlichen Problemen sein. Eine rechtzeitige ärztliche Diagnose ist wichtig, da die Infektion gezielt mit Medikamenten behandelt werden kann.
Verunreinigter Salat nicht mehr im Handel
Die CDC geht davon aus, dass der mit dem großen Ausbruch verbundene Eisbergsalat inzwischen nicht mehr erhältlich ist. Die deutliche Abnahme neuer Erkrankungen spricht ebenfalls dafür, dass von den betroffenen Produkten keine akute Gefahr mehr ausgeht.
Dennoch beobachten die Behörden die weitere Entwicklung. Wegen der verzögerten Meldungen dürfte die offizielle Fallzahl noch steigen. Außerdem müssen die Ursachen der übrigen Erkrankungsgruppen weiterhin untersucht werden.
Für die Lebensmittelbehörden besteht die besondere Herausforderung darin, dass frische Produkte häufig aus verschiedenen Anbaugebieten stammen, über mehrere Zwischenhändler verteilt und in zahlreichen Geschäften und Restaurants angeboten werden. Dadurch kann es schwierig sein, den genauen Ursprung einer Verunreinigung schnell zu ermitteln.
Der jetzt beendete Ausbruch zeigt, wie weit sich eine durch ein einzelnes Lebensmittel ausgelöste Erkrankungswelle ausbreiten kann. Obwohl die unmittelbare Gefahr durch den identifizierten Eisbergsalat nach Einschätzung der Behörden vorüber ist, bleiben die weiteren Cyclospora-Fälle Gegenstand laufender Untersuchungen.
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