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Griechenland erhält aufgetauchte Fotos von NS-Erschießungen in Kaisariani zurück

amber_avalona (CC0), Pixabay
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Mehr als 80 Jahre nach den Massenerschießungen von 200 Kommunisten am 1. Mai 1944 in Kaisariani bei Athen sind bislang unbekannte Fotos der Tat aufgetaucht. Die Bilder zeigen die Männer kurz vor ihrer Hinrichtung durch ein deutsches Erschießungskommando auf dem Schießplatz von Kaisariani – aufrecht, gefasst und mit erhobenen Köpfen. Zeitzeugenberichten zufolge gingen sie singend in den Tod.

Die Exekution war eine Vergeltungsmaßnahme der deutschen Besatzungsmacht nach dem tödlichen Angriff kommunistischer Partisanen auf einen deutschen General. Bislang stützte sich das Wissen über die letzten Momente der Opfer vor allem auf Abschiedsbriefe, die sie auf dem Weg vom Internierungslager Chaidari aus Lastwagen geworfen hatten.

Erst vergangene Woche tauchten die Fotografien auf der Online-Plattform eBay auf. Angeboten wurden sie von dem belgischen Sammler Tim de Craene. Nach heftigen Protesten unterzeichnete das griechische Kulturministerium eine Vorvereinbarung zum Ankauf der Bilder; sie wurden daraufhin aus dem Verkauf genommen. Die Aufnahmen sollen von Hermann Heuer, einem Leutnant der Wehrmacht, stammen und gelten als historisch äußerst bedeutsam.

Kulturministerin Lina Mendoni erklärte, die Fotos eröffneten einen neuen Blick auf die Besatzungszeit – auch aus der Perspektive der Täter. Historiker sprechen von einem außergewöhnlichen Fund, der nicht nur die Forschung zu NS-Verbrechen in Griechenland vertiefen, sondern auch die Debatte über den blutigen Bürgerkrieg von 1946 bis 1949 neu beleben könne.

Während der jahrzehntelangen politischen Spannungen nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere während der Militärdiktatur bis 1974, wurde die Rolle des kommunistisch geprägten Widerstands lange marginalisiert. Gedenkveranstaltungen waren zeitweise verboten.

Die Veröffentlichung der Bilder löste nun eine starke emotionale Reaktion aus. Angehörige erkannten Verwandte auf den Fotos wieder und forderten deren Rückführung nach Griechenland. Zugleich wurde die Gedenktafel für die 200 Ermordeten von Rechtsextremen beschädigt. Am Mahnmal selbst legten Besucher zahlreiche rote Nelken nieder – ein Zeichen dafür, dass das Massaker von Kaisariani bis heute tief im kollektiven Gedächtnis des Landes verankert ist.

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