Startseite Allgemeines Greenpeace schlägt Alarm: PFAS-Belastung in Nord- und Ostseefischen deutlich über Grenzwert
Allgemeines

Greenpeace schlägt Alarm: PFAS-Belastung in Nord- und Ostseefischen deutlich über Grenzwert

Placidplace (CC0), Pixabay
Teilen

Fische aus der Nord- und Ostsee könnten zur Gefahr auf dem Teller werden. Eine aktuelle Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt: Alle getesteten Meerestiere aus deutschen Küstenhäfen sind mit PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) belastet – manche Proben überschreiten die geltenden EU-Grenzwerte um das bis zu Neunfache.


🐟 PFAS in Hering, Scholle und Steinbutt

Untersucht wurden insgesamt 17 Proben verschiedener Fischarten aus deutschen Nord- und Ostseehäfen – darunter Hering, Steinbutt, Scholle und Krabben. Besonders häufig nachgewiesen wurde Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), eine der bekanntesten und gefährlichsten PFAS-Verbindungen.

Laut Greenpeace genügt bereits der Verzehr von 150 Gramm Steinbutt oder Krabben, um bei einem durchschnittlichen Erwachsenen bis zu 40 % der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegten Wochenhöchstmenge zu überschreiten.
Für Kinder sei die Belastung noch gefährlicher, da ihr Körpergewicht deutlich geringer sei.


🧪 Ewigkeitschemikalien – unsichtbar, aber überall

PFAS sind synthetisch hergestellte Industriechemikalien, die in wasser- und schmutzabweisender Kleidung, Antihaftpfannen, Kosmetika und sogar Lebensmittelverpackungen wie Pizzakartons verwendet werden. Sie gelten als extrem langlebig, bauen sich kaum in der Natur ab – und reichern sich im menschlichen Körper an.

Das macht sie zu einer unsichtbaren Bedrohung, die sich durch die gesamte Nahrungskette zieht.


🛑 Greenpeace fordert: PFAS-Verbot jetzt!

„PFAS sind überall – in unseren Meeren, in unseren Körpern, in unserem Essen“, warnt Greenpeace. Die Organisation fordert deshalb:

  • ein komplettes Verbot aller PFAS-Verbindungen
  • striktere Grenzwerte für Lebens- und Meerestiere
  • die sofortige Umsetzung der überarbeiteten EU-Wasserrahmenrichtlinie

🇪🇺 EU reagiert – langsam

Im September einigten sich EU-Staaten und das Parlament auf eine Aktualisierung der Richtlinie zum Schutz von Oberflächengewässern. PFAS sollen künftig offiziell überwacht werden. Die neue Richtlinie muss jedoch noch final beschlossen werden.

Gleichzeitig bereitet die EU einen Gesetzesentwurf vor, um PFAS in Alltagsprodukten wie Kleidung oder Verpackungen ab 2026 zu verbieten. Ursprünglich war dieser Schritt für Ende 2025 geplant – doch die Verhandlungen mit der Industrie gestalten sich zäh.


🌊 Europas Gewässer in „kritischem Zustand“

Ein Bericht der EU-Kommission vom Februar kam zu einem ernüchternden Fazit: Flüsse, Seen und Bäche in Europa seien flächendeckend belastet – vor allem durch Quecksilber und langlebige Industriechemikalien wie PFAS.


📌 Fazit

Die Ergebnisse von Greenpeace sind ein Weckruf: Die Belastung unserer Meere ist kein abstraktes Umweltproblem – sie betrifft das, was wir täglich essen. Ohne konsequentes Handeln der Politik und einen klaren Kurs gegen die PFAS-Lobby könnte der Preis dafür unsere Gesundheit – und die unserer Kinder – sein.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Insolvenzverfahren um V Project III GmbH & Co. KG wirft Fragen zum Unternehmensgeflecht auf

Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat am 9. März 2026 um 16:22...

Allgemeines

Trumps Dilemma: Wirtschaftskrise oder militärisches Risiko

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump steht derzeit vor einer äußerst schwierigen...

Allgemeines

Novo Nordisk und Hims beenden Rechtsstreit um Abnehmmedikamente

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat sich mit dem US-Telemedizinanbieter Hims &...