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Goldrausch 2.0 – oder: Wie unser Goldpreis sich den Mount Everest zum Vorbild nahm

wal_172619 (CC0), Pixabay
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Was glänzt, ist nicht immer günstig – und Gold schon gar nicht. Seit eineinhalb Jahren kennt der Goldpreis nur eine Richtung: steil nach oben, als hätte er Höhenangst vor dem Tal. Händler, Banker und andere Berufsoptimisten prophezeien bereits den nächsten Preisschub – diesmal angeblich etwas „langsamer“. Klingt wie ein Beruhigungsschnaps mit Ansage: teuer, aber immerhin in kleinen Schlucken.

💍 Schmuck? Luxus von gestern!

Laut dem World Gold Council hat der Goldpreis inzwischen eine Flughöhe erreicht, bei der selbst Juweliere sagen: „Nee, lass mal.“ Der Absatz bei Schmuckherstellern ist eingebrochen – offenbar will niemand mehr eine Halskette verschenken, die sich anfühlt wie eine Baufinanzierung. Von 435 auf 356 Tonnen ist die Nachfrage gefallen. Dafür boomt das Geschäft mit Goldbarren – romantischer wird’s eben nicht im Jahr 2025.

💰 China hamstert – und keiner weiß wie viel

Dass China seine offiziellen Goldreserven seit 2000 versechsfacht hat, wäre eigentlich schon eine Meldung wert – doch Experten vermuten: Die Chinesen haben sich still und leise noch viel mehr ins Körbchen gelegt. Über ominöse „Zweitmärkte“ sollen Hunderte Tonnen zusätzlich gebunkert worden sein. Wenn man bedenkt, dass China gleichzeitig der größte Goldproduzent der Welt ist und kaum etwas exportiert, wird klar: Die schmieden nicht bloß Gold, sondern wohl auch Pläne.

🇺🇸 USA First – zumindest im Tresor

Noch führen die USA mit über 8.100 Tonnen die Liste der weltgrößten Goldreserven an – vermutlich eine Art Notgroschen für schlechte Wahlergebnisse. Deutschland kommt auf Platz zwei und lagert sein Edelmetall teils auswärts: Über 1.000 Tonnen chillen bei der Fed in New York, weil – warum auch nicht? Vertrauen ist gut, Tresor in Übersee ist besser.

📈 Deutschland: Buchgewinne im Schlaraffenland

Die Bundesbank hat kürzlich ausgerechnet: Allein der Preisanstieg hat den Goldwert des deutschen Staates mal eben um 69 Milliarden Euro erhöht. Rechnet man mit dem aktuellen Kilopreis (ca. 92.600 Euro), sind das nochmal satte 40 Milliarden Euro obendrauf – und das ganz ohne Zinsen oder Investmentfonds. Wer braucht da noch Start-ups?

🧕 Hochzeit mit Hindernissen: Indien im Kaufrausch

Die indische Hochzeitssaison steht vor der Tür, also jene Phase des Jahres, in der landesweit tonnenweise Gold verschenkt wird – und zwar nicht als ETF. Ob das wirklich den Preis noch weiter in die Stratosphäre schiebt, ist unter Experten so umstritten wie veganes Fondue an Weihnachten.

📿 Fazit:

Gold ist teuer, wird noch teurer und macht alles andere – außer vielleicht Zahnersatz – auch teuer. Die Welt ist nervös, die Notenbanken sind Goldjunkies, und der Otto-Normal-Bürger darf staunen, wie aus einem glänzenden Metall plötzlich ein Symbol für geopolitische Unabhängigkeit, Staatsmacht und Hochzeitsterror wurde.

Und wir dachten, es glänzt nur zur Deko.

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