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Gold? Silber? Bronze? – Olympia-Medaillen jetzt auch im Baukastensystem

RGY23 (CC0), Pixabay
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Es hätte so schön sein können: Tränen der Freude, Hymnen, wehende Fahnen – und dann klack … liegt die Medaille auf dem Boden wie ein Keks ohne Glas Milch. Was nach einem Designkonzept aus dem schwedischen Möbelhaus klingt, ist bittere Realität bei den Olympischen Winterspielen in Italien. Denn die Medaillen – diese angeblich wertvollen Symbole sportlicher Höchstleistung – fallen den Athletinnen und Athleten reihenweise auseinander.

„Ich hab sie kaputtgemacht“, klagt Eisschnellläuferin Jutta Leerdam in einem TikTok-Video, das sie offenbar mit derselben Sorgfalt aufgenommen hat, mit der das Medaillenband befestigt wurde. Ihr Verlobter Jake Paul – seines Zeichens Influencer und Fachmann für Kleberreste – ruft beruhigend aus dem Hintergrund: „Ich reparier sie nochmal.“ Ein Satz, der bei olympischen Medaillen bisher eher selten zu hören war.

Auch andere Sportgrößen wie Abfahrtsqueen Breezy Johnson oder Langlauf-Ass Ebba Andersson mussten ihre Medaillen bereits vom Boden auflesen. Der deutsche Biathlet Justus Strelow erlebte, was man als „Bruchlandung mit Edelmetall“ bezeichnen könnte. Nur die österreichische Snowboarderin Sabine Payer hatte Glück: Ihre Silberne hat den Sturz überlebt – vermutlich, weil sie schon wusste, dass man Olympiamedaillen inzwischen wie rohe Eier behandeln muss.

Gebrauchsanweisung demnächst beigelegt?

„Springt bloß nicht damit“, warnte Breezy Johnson, die offenbar dachte, man dürfe mit einer Medaille vor Freude hüpfen. Wie naiv! Diese filigranen Kunstwerke sind schließlich nicht zum Tragen gemacht – sondern zum Vitrinen-Ausstellen. Vielleicht folgt bald ein offizieller Warnhinweis: Nicht rütteln, nicht schütteln, nicht atmen.

Der Instagram-Account des deutschen Teams kommentierte trocken: „Hey Olympia, was ist mit den Medaillen los?“ Gute Frage. Vielleicht wurden sie nach dem italienischen Motto „bella figura über Stabilität“ produziert?

„Höchste Qualitätsstandards“ – laut Veranstalter

Das Organisationskomitee gibt sich gelassen – vielleicht auch, weil es nicht ihre Medaillen sind, die zerbröseln. „Die Medaillen entsprechen höchsten Qualitätsstandards“, so Sprecher Luca Casassa, vermutlich mit einem Augenzwinkern, das man bis nach Innsbruck blitzen sah. Betroffene Sportlerinnen und Sportler können ihre Schmuckstücke nun zur Reparatur einschicken. Weil: Was ist wertvoller als eine olympische Medaille? Eine, die mit Sekundenkleber zusammengehalten wird!

Aber keine Sorge: Wer es zur Siegerehrung schafft, bekommt bald nicht nur Edelmetall, sondern auch ein kleines Reparatur-Toolkit. Vielleicht in Kooperation mit Ikea – Name der Kollektion: “GULL-MEDALJ – hält, was sie verspricht (vielleicht)”.

Die Ursachen bleiben weiter rätselhaft: Waren die Medaillen zu schwer für die Bändchen? Oder der „Würgeschutzmechanismus“ zu sensibel? Oder wurde schlicht das Band aus Spaghetti al dente gefertigt?

Immerhin wissen wir jetzt: Der wahre olympische Geist ist nicht nur dabei sein – sondern zusammenbauen.

 

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