Norwegen gewinnt. Wieder. Und wieder. Und wieder. Vier Wettbewerbe, viermal Gold – Johannes Høsflot Klæbo sammelt Medaillen wie andere Leute Kühlschrankmagneten. Doch diesmal gab’s nach dem Staffel-Triumph nicht nur Jubel, sondern auch ein kleines „Hoppla“.
Der Vorwurf: Ein norwegischer Servicemann soll kurz vor dem Rennen auf der eigentlich gesperrten Loipe noch schnell Skier getestet haben. Acht bis zehn Minuten, ein bisschen klassisch unterwegs, während andere brav hinter dem Zaun standen. Quasi ein kurzer „wissenschaftlicher Feldversuch“ im verbotenen Schnee.
Finnlands Iivo Niskanen beobachtete das Ganze offenbar mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass Norwegen sowieso gewinnt – mit oder ohne Extra-Test. Sinngemäß meinte er: Interessant, wenn die Loipe gesperrt ist und manche trotzdem noch ihre Runden drehen. Vielleicht gelten die Regeln ja inzwischen nur noch als Vorschlag.
Die FIS reagierte prompt – also sportlich prompt. Die Strafe: Beim nächsten Rennen darf Norwegen einen Betreuer weniger auf die Strecke schicken. Eine Weste weniger. Ein Techniker weniger. Ein Skitest weniger? Eher unwahrscheinlich. Bei der Material-Perfektion der Skandinavier dürfte selbst der Praktikant noch schneller wachsen als der Rest des Feldes läuft.
Der norwegische Verband sprach von einem Missverständnis beim Zeitpunkt der Sperrung. Passiert ja schnell: Man denkt, die Loipe ist noch offen, und schwupps, steht man mitten im Regelwerk.
Es ist nicht der erste Service-Zwischenfall dieser Spiele. Schon im Sprint sorgte eine Wachsmaschine mit Sondergenehmigung für Stirnrunzeln. Information darüber? Sagen wir: nicht ganz flächendeckend verteilt.
Bleibt die entscheidende Frage:
Ist Norwegen einfach unschlagbar – oder nur besonders kreativ im Umgang mit Schneeregeln?
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