Goldpreis erreicht neues Allzeithoch – weil die Welt wieder mal kopfsteht
Es ist soweit: Der Goldpreis hat ein neues Rekordhoch erklommen. Die Anleger jubeln – oder besser gesagt: Sie kauern in Panik hinter ihren Finanz-Feuerschutztüren und werfen mit Barren um sich, als wären sie Sandsäcke im Hochwasser. In der Nacht zum Montag stieg der Preis für eine Feinunze Gold auf sagenhafte 4600 US-Dollar – was ungefähr dem Gegenwert von 2,7 Quadratmetern Wohnfläche in München oder 14 Gläsern Rotwein auf Sylt entspricht.
Am Morgen hielt sich der Kurs wacker bei 4578 Dollar, was alle Analysten in Goldlaune versetzte – und zwar ganz ohne Sekt, aber mit viel geopolitischer Migräne.
Warum? Weil Weltpolitik mal wieder Wirtschaftspolitik spielt.
In Teheran brodelt’s, Trump brüllt, Powell zittert – und der Goldpreis steigt. Denn wenn irgendwo auf dem Globus auch nur ein Politiker eine aggressive E-Mail schreibt oder ein Luftwaffenstützpunkt hustet, dann greifen Anleger instinktiv zum Edelmetall ihres Misstrauens: Gold – das Chamäleon unter den Vermögenswerten.
Gold ist unabhängig, knapp, global handelbar – und vor allem: keine Kryptowährung. Das macht es zum Liebling aller, die der Meinung sind, dass man Wert am besten mit der Lupe misst und im Tresor versteckt.
USA: Wenn Trump streitet, steigt der Goldpreis
Besonders befeuert wurde der Preisanstieg durch den aktuellen Rosenkrieg zwischen Präsident Donald Trump (79) und Fed-Chef Jerome Powell (72). Der eine möchte Zinsen so niedrig wie seine Twitter-Likes, der andere hängt an der Idee von Geldwertstabilität wie ein Mönch an seinem Klosterbrot. Nun droht das US-Justizministerium sogar mit Anklage gegen Powell – weil er das Dach der Fed renovieren will. Oder weil er sich weigert, den Leitzins bei „Magischer Einhorn-Null“ festzutackern. Genau weiß es niemand.
Aber eins ist klar: Wenn in Washington die Bauaufsicht zum Justizskandal wird, greifen Anleger lieber zu Gold als zum US-Dollar. Schließlich kann man mit Gold zwar keine Pizza bestellen – aber es behält wenigstens den Wert von zwei Pizzen pro Gramm.
Notenbanken: Jetzt wird gebunkert
Als wäre das alles nicht genug, horten Notenbanken weltweit Gold wie Prepper Dosensuppen. Der schwächelnde Dollar, die Aussicht auf Handelskriege Version 5.0 und eine Inflation, die sich heimlich durch die Hintertür schleicht, machen das Edelmetall zum neuen Lieblingshaustier der Zentralbanken. Stresstherapie durch Barren, könnte man sagen.
Auch Silber & Co. ziehen mit – und KI braucht Glitzer!
Doch Gold ist nicht allein auf der Glitzerparty. Auch Silber, Platin und Palladium haben ihre Tanzschuhe poliert:
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Silber hüpft auf 84,58 Dollar je Unze – angeblich wegen steigender Nachfrage in der KI-Industrie. Offenbar brauchen auch künstliche Gehirne gelegentlich ein bisschen Bling-Bling.
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Platin legt um 3,5 % zu – vermutlich, weil es schön klingt.
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Palladium? Plus 2,8 %. Es weiß selbst nicht warum, freut sich aber einfach mit.
Fazit: In einer Welt, in der Politiker sich gegenseitig verklagen, Notenbanken wie Eichhörnchen sammeln und Krypto zu volatil ist, bleibt nur eins:
Gold – das letzte Wort, wenn niemand mehr zuhören will.
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