Borussia Mönchengladbach bleibt in der Bundesliga im Sinkflug – und das mit einer Eleganz, die einem abgestürzten Heißluftballon alle Ehre machen würde. Zum Auftakt des 7. Spieltags kassieren die Fohlen ein sattes 1:3 gegen Union Berlin. Saisonübergreifend bedeutet das: 14 Spiele ohne Sieg. Da stellt sich langsam die Frage, ob man den „Mythos Borussia“ nicht besser in einem Escape Room untergebracht hätte – vielleicht findet dort wenigstens jemand den Ausgang aus der Krise.
Frisch an Bord und gleich mitten im Albtraum: Der neue Sportdirektor Rouven Schröder, Ex-Salzburger und Virkus-Nachfolger, landete erst am Mittwoch in Gladbach und durfte am Freitag gleich live erleben, was im Fohlenstall derzeit so los ist – Spoiler: nichts Gutes. Sein erster Stadionbesuch endete so, wie man sich das bei einem Zahnarztbesuch ohne Betäubung vorstellt.
Man kann sich da schon mal leise fragen: Wäre ein Trainerwechsel nicht sinnvoller gewesen als ein Sportdirektor zum Mitfühlen?
Denn während Schröder noch versucht, sich an den Gladbacher Mannschaftsbus zu gewöhnen, fährt die sportliche Performance weiter mit Vollgas gegen die Wand. Abwehrspieler Danilho Doekhi von Union Berlin nutzt die Gladbacher Verteidigung als Kopfballtraining – gleich zweimal nickt er ein, als wäre er auf einer Geburtstagsparty und hätte das Geschenkpapier vergessen. Inklusive unfreiwilliger Mithilfe von drei Borussen, die beim zweiten Gegentor aussehen, als hätten sie kurz ihren Job vergessen – oder sich freiwillig beurlaubt.
Okay, es gibt ein kurzes Lebenszeichen. In der 34. Minute trifft Haris Tabaković nach sehenswerter Vorarbeit zum 1:2 – ja, Gladbach kann auch Tore schießen! Leider gilt das nur bedingt, denn das vermeintliche 2:2 wird wegen Abseits zurückgenommen. Fast hätte man meinen können, Spannung kommt auf. Dann kam Rani Khedira (81.) – und mit ihm der endgültige Schlussakkord in Moll.
Interimstrainer Eugen Polanski steht damit weiter bei null Siegen – in vier Spielen. Aber keine Sorge: Schröder stärkte ihm vor dem Spiel demonstrativ den Rücken. Zeitfenster für eine Trainerentscheidung? Gibt’s nicht. Klingt ein bisschen so, als hätte man den Rauchmelder ausgebaut, weil das Piepen nervt.
Am Ende bleibt: ein neuer Sportdirektor, alte Probleme – und die wachsende Frage: Hätte Gladbach nicht lieber einen neuen Trainer geholt, anstatt den Jobtitel auf dem Büroflur zu tauschen?
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