Der Oberste Gerichtshof der USA prüft derzeit, ob er die Berufung von Ghislaine Maxwell annimmt. Die 63-jährige Britin, einst enge Vertraute des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, hofft so, ihre 20-jährige Haftstrafe deutlich zu verkürzen – doch die Chancen gelten als äußerst gering.
Maxwell wurde 2021 wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Epsteins Gunsten verurteilt. In ihrer Eingabe vom April 2025 argumentiert sie, dass die Anklage überhaupt nicht hätte erhoben werden dürfen: Ein Vergleich, den Epstein 2007 in Florida mit der Staatsanwaltschaft schloss, habe auch mögliche Mitverschwörer geschützt. Die Anklage in New York sei daher unzulässig gewesen.
Justizministerium widerspricht
Das US-Justizministerium hält dagegen: Das Abkommen von 2007 habe nur für den Bezirk Südflorida gegolten. Maxwells Prozess fand jedoch im Südbezirk von New York statt. Dort seien die Staatsanwälte rechtlich nicht gebunden gewesen.
Erfolgschancen minimal
Die Statistik spricht klar gegen Maxwell: Nur etwa ein bis zwei Prozent aller Anträge auf Überprüfung schaffen es überhaupt vor den Supreme Court. Noch geringer ist die Quote bei der sogenannten „long conference“ nach der Sommerpause, bei der die Richter mehrere Tausend Anträge gleichzeitig sichten.
Ein mögliches Argument, das den Richtern dennoch interessant erscheinen könnte: In den USA ist uneinheitlich geregelt, ob regionale Deals einzelner Staatsanwaltschaften auch bundesweite Wirkung entfalten können. Maxwells Verteidigung hofft, dass der Supreme Court diese Frage grundsätzlich klärt.
Nächste Schritte
Der Supreme Court könnte schon in den kommenden Tagen entscheiden, ob er Maxwells Berufung annimmt oder ablehnt. Sollte er den Fall aufnehmen, würden neue Schriftsätze und Anhörungen folgen – ein Urteil könnte sich dann aber Monate hinziehen.
Politische Dimension
Juristisch heikel, politisch brisant: Da es sich um eine Bundesstrafe handelt, könnte Präsident Donald Trump Maxwell im Rahmen seiner zweiten Amtszeit begnadigen. Maxwells Anwalt hat diese Option bereits ins Spiel gebracht und betont, seine Mandantin sei bereit, vor dem Kongress auszusagen – allerdings nur mit einer Begnadigung in der Tasche.
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