Ein offenes Geständnis über seine frühere Drogensucht bringt US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. erneut in die Kritik. Nachdem er in einem Podcast erklärte, er habe in jungen Jahren sogar „Kokain von Toilettensitzen geschnupft“, fordert eine prominente Gesundheitsorganisation nun seinen Rücktritt.
Die gemeinnützige Initiative „Protect Our Care“, die sich für ein besseres und bezahlbares Gesundheitssystem einsetzt, reagierte scharf auf Kennedys Äußerungen im Podcast „This Past Weekend“ des Komikers Theo Von. In einer Stellungnahme bezeichnete die Organisation Kennedy als „gefährlich“ und „ungeeignet“, ein Ministerium zu führen, das Entscheidungen von „Leben und Tod“ treffe. Der Präsident der Organisation, Brad Woodhouse, fasste seine Forderung in einem Wort zusammen: „Rücktritt.“
Kennedy hatte im Podcast über seine langjährige Abstinenz gesprochen und betont, seit mehr als 40 Jahren nüchtern zu sein. Er schilderte, wie er nach der Ermordung seines Vaters 1968 erstmals Drogen konsumierte. Aus einem anfänglichen Experimentieren sei eine 14-jährige Heroinsucht entstanden. „Ich wusste, dass mich diese Krankheit töten würde, wenn ich sie nicht behandle“, sagte er. Für ihn bedeute das bis heute, regelmäßig an Treffen von Selbsthilfegruppen teilzunehmen.
Im Gespräch ging es auch um Strategien zur Bekämpfung von Suchtkrankheiten. Kennedy verwies auf Pilotprogramme seines Ministeriums, die Abhängige frühzeitig erreichen, medizinisch versorgen und beim Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützen sollen. Ein 100-Millionen-Dollar-Programm solle unter anderem Hepatitis C behandeln und gleichzeitig Suchterkrankungen, psychische Probleme und Obdachlosigkeit angehen.
Kennedy steht bereits seit Monaten wegen seiner Positionen zu Impfungen, Fluorid und Ernährungsempfehlungen unter Druck. Ob die jüngsten Aussagen politische Konsequenzen haben werden, ist bislang offen.
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