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„Gen Z regelt“ – aber was genau? Wenn aus Zukunftsängsten Straßenschlachten werden

alanajordan (CC0), Pixabay
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Ein kritischer Kommentar von Thomas Bremer für diebewertung.de

Da wollte Deutschlands Jugend heute zeigen, dass sie unsere Zukunft gestalten kann. Bessere Bildung, bezahlbare Wohnungen, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Alles Themen, über die man reden muss. Doch was bleibt von diesem 31. Oktober 2026? Brennende Barrikaden, fliegende Flaschen, vermummte Demonstranten und Wasserwerfer.

Herzlichen Glückwunsch! So wird aus einer berechtigten gesellschaftlichen Debatte ganz schnell eine Diskussion über Polizeieinsätze und Sachbeschädigungen.

Wer für Bildung demonstriert, sollte wissen, dass ein Pflasterstein kein Argument ist.

In Köln musste die Polizei eingreifen, nachdem Vermummte und Pyrotechnik den Demonstrationszug überschattet hatten. In Hamburg wurden Polizisten nach Medienberichten mit Flaschen und Sprengkörpern beworfen. Auch aus Stuttgart, Leipzig und Berlin wurden Zwischenfälle gemeldet.

Besonders bemerkenswert: In Berlin wurde ein BMW mit dem Schriftzug „Eat the rich“ beschmiert.

Was soll uns das eigentlich sagen? Dass soziale Gerechtigkeit damit beginnt, fremdes Eigentum zu beschädigen?

Die Rechnung bezahlen andere

Während Demonstranten ihre Wut herauslassen, stehen Geschäftsinhaber hinter verbarrikadierten Schaufenstern und hoffen, dass ihre Läden den Abend unbeschadet überstehen.

Das sind Menschen, die Arbeitsplätze schaffen, Steuern bezahlen und möglicherweise selbst nicht wissen, wie sie ihre nächste Stromrechnung finanzieren sollen.

Gerade jene kleinen Unternehmer, die ohnehin unter hohen Kosten leiden, brauchen sicherlich keine zusätzlichen Schäden durch politische Randale.

Wer gegen soziale Ungerechtigkeit kämpft und dabei die Existenz anderer Menschen gefährdet, hat offenbar etwas Grundlegendes nicht verstanden.

Aber nicht eine ganze Generation verurteilen!

Bei aller berechtigten Kritik dürfen wir eines nicht vergessen: Zehntausende junge Menschen haben heute friedlich demonstriert.

Allein in Leipzig waren es nach den vorliegenden Berichten rund 6.500 Teilnehmer. Viele wollten schlicht ihre Sorgen zum Ausdruck bringen.

Und diese Sorgen sind berechtigt.

Hohe Mieten, fehlende Ausbildungsplätze, steigende Lebenshaltungskosten und die Frage nach einer sicheren Zukunft beschäftigen junge Menschen tatsächlich.

Das Problem sind deshalb nicht die friedlichen Demonstranten, sondern diejenigen, die solche Veranstaltungen möglicherweise für Gewalt und Zerstörung missbrauchen.

Und die Politik? Die sollte ebenfalls nachdenken!

Wer Jugendlichen jahrelang erklärt, sie seien die Zukunft unseres Landes, sollte ihnen auch Perspektiven bieten.

Mehr Geld für Bildung, bezahlbarer Wohnraum und eine funktionierende Infrastruktur sind keine absurden Forderungen.

Allerdings entsteht gesellschaftliche Veränderung nicht durch eingeschlagene Scheiben.

Unser Fazit

Vielleicht sollte die Bewegung „Gen Z regelt“ zunächst einmal klarstellen, wie sie künftig verhindern will, dass gewaltbereite Gruppen ihre Veranstaltungen vereinnahmen.

Und die Politik sollte endlich zuhören, bevor aus berechtigter Unzufriedenheit noch mehr gesellschaftliche Spannungen entstehen.

Denn eine Generation, die unsere Zukunft gestalten möchte, braucht keine brennenden Barrikaden. Sie braucht Ideen, Verantwortung und den Mut, mit Argumenten zu überzeugen.

Deutschland braucht eine Jugend, die aufsteht.

Aber keine, die glaubt, man müsse erst etwas anzünden, damit einem endlich ein Licht aufgeht.

Redaktion diebewertung.de

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