An der polnisch-belarussischen Grenze ist ein unterirdischer Tunnel entdeckt worden, der offenbar von belarussischem Territorium auf polnisches Gebiet führt. Der Fund sorgt in Warschau für Aufsehen – und wirft neue Fragen über die Sicherheit der Ostgrenze der Europäischen Union auf.
Wie das polnische Innenministerium mitteilte, wurde der Tunnel von Grenzschutzbeamten der Woiwodschaft Podlachien entdeckt. Er verlief unter der massiven Grenzbarriere hindurch, die Polen in den vergangenen Jahren errichtet hatte, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.
Innenminister Marcin Kierwiński bestätigte den Fund in einem Beitrag auf der Plattform X (ehemals Twitter). Demnach sei der Tunnel bei einer Routineinspektion und mithilfe moderner elektronischer Sensoren entdeckt worden. „Dank der neuen Überwachungssysteme ist die polnisch-belarussische Grenze so sicher wie nie zuvor“, erklärte Kierwiński.
Nach Angaben der Behörden begann der Tunnel auf belarussischer Seite und endete rund 20 Meter hinter dem Grenzzaun in Polen. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass er mehrere Wochen oder Monate lang genutzt worden sein könnte. Sein genauer Zweck ist allerdings noch unklar. Ermittler prüfen, ob der Gang möglicherweise für Menschenschmuggel oder illegale Transporte verwendet wurde.
Spannungen an der Ostgrenze
Die Entdeckung kommt in einer Phase, in der die Beziehungen zwischen Polen und Belarus ohnehin angespannt sind. Seit Jahren wirft Warschau dem Regime von Alexander Lukaschenko vor, Migranten gezielt an die Grenze zu schleusen, um Druck auf die Europäische Union auszuüben – eine sogenannte hybride Kriegsführung.
Tausende Menschen aus Krisenregionen hatten in den vergangenen Jahren versucht, über Belarus in die EU zu gelangen. Polen reagierte darauf mit einer massiven Aufrüstung der Grenzanlagen: Stacheldrahtzäune, Wachtürme, Wärmebildkameras und ein elektronisches Überwachungssystem sollen illegale Übertritte verhindern.
Der Tunnel zeigt jedoch, dass die Grenzsicherungssysteme umgangen werden können. Experten sehen darin ein Warnsignal. „Der Fund beweist, dass selbst modernste Barrieren nicht vor neuen Methoden schützen“, sagte ein ehemaliger Offizier des polnischen Grenzschutzes. „Wer diesen Tunnel gebaut hat, verfügte über Wissen, Zeit und Ressourcen – das war keine spontane Aktion.“
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die polnischen Sicherheitsbehörden haben eine Sonderkommission eingesetzt, um die Herkunft und den Zweck des Tunnels zu klären. Spezialisten untersuchen, welche Materialien beim Bau verwendet wurden und wie weit der Gang tatsächlich reicht. Auch forensische Analysen sollen Aufschluss geben, ob Personen oder Gegenstände hindurchgeschleust wurden.
Polen hat zugleich die Grenzüberwachung in der Region verstärkt. Zusätzliche Drohnen und Wärmebildkameras sollen ähnliche Aktivitäten frühzeitig erkennen. Der Fund wurde zudem an europäische Sicherheitsbehörden gemeldet, da die Grenze zu Belarus zugleich die Außengrenze der Europäischen Union ist.
Belarus schweigt – EU reagiert mit Sorge
Während polnische Medien ausführlich über den Fund berichten, gab es aus Minsk bislang keine Reaktion. Beobachter gehen davon aus, dass Belarus versuchen wird, jede Beteiligung abzustreiten.
Die Europäische Kommission bezeichnete den Vorfall als „besorgniserregend“. Eine Sprecherin erklärte, die EU stehe „in engem Kontakt mit den polnischen Behörden“ und betonte, dass die Union „jede Form von illegaler Grenzaktivität“ verurteile.
Symbol einer neuen Grenzrealität
Die Entdeckung des Tunnels verdeutlicht, wie komplex die Sicherheitslage an der Ostflanke Europas geworden ist. Trotz kilometerlanger Barrieren, modernster Technik und erhöhter Militärpräsenz bleibt die Grenze porös und verwundbar.
Für Polen ist der Fund sowohl ein Erfolg als auch ein Weckruf: ein Erfolg, weil der Tunnel entdeckt wurde, bevor er weiter genutzt werden konnte – ein Weckruf, weil er zeigt, dass sich neue Wege und Taktiken entwickelt haben, um die Grenze zu überwinden.
Die Ermittlungen laufen weiter. Noch ist unklar, wer den Tunnel gebaut hat – und zu welchem Zweck. Doch schon jetzt steht fest: Der Fund wird die Diskussion über Grenzsicherheit, Migration und hybride Bedrohungen in Europa neu entfachen.
Ich hätte den Tunnel mit Kameras vermient und eine Dauerbewachung durchgeführt . Mit aktiven Festnahmen wäre eine Beweislast geschaffen . Wäre ja interessanf ob auch russische Helfer dabei gewesen wären .
So weiss man nichts und Belarus streiters ab ,
An der Stelle von Polen würde ich mein Abwasser reinleiten , aber vorher nicht vergessen auf polnischer Seite dicht zu machen .