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„Gefahr auf dem Handy-Display – Anwälte warnen vor neuer SMS-Jobmasche“

geralt (CC0), Pixabay
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Michael Ianow:
Herr Kollege Reime, man kennt die altbekannten Fake-SMS von angeblichen Paketdiensten. Aber jetzt bekommt man sogar Jobangebote – angeblich von Indeed, mit Tageslöhnen von bis zu 450 Euro. Was halten Sie davon?

Jens Reime:
Das ist nicht nur dreist, das ist eine gefährliche Weiterentwicklung der SMS-Betrugsmaschen. Die Täter setzen auf den Wunsch vieler Menschen, schnell und unkompliziert Geld zu verdienen. Und gerade weil es halbwegs plausibel klingt – Produkttests von zu Hause –, tappen viele in die Falle.

Ianow:
In einem aktuellen Fall stammte die Nachricht angeblich von „Annett J. Austerlitz“ mit philippinischer Vorwahl. Also ganz subtil unauffällig, nicht wahr?

Reime (lacht):
Ja, subtil wie ein Presslufthammer. Wer bei „+63“ noch glaubt, mit einem deutschen Arbeitgeber zu tun zu haben, hat wohl schon die Hoffnung auf Logik aufgegeben. Aber das perfide ist: Viele klicken trotzdem – aus Neugier, Hoffnung oder Unwissen.

Ianow:
Und dann wird’s gefährlich. Was genau droht denn den Opfern?

Reime:
Im harmloseren Fall geben sie persönliche Daten preis. Im schlimmsten Fall werden sie – ohne es zu merken – in kriminelle Geldwäschegeschäfte verwickelt. Da wird ein Konto auf ihren Namen eröffnet, über das später dubiose Transaktionen laufen, meist mit Kryptowährungen.

Ianow:
Also nicht nur ein kleiner Fehler, sondern potenziell eine Straftat?

Reime:
Ganz genau. Wer solchen Anweisungen folgt, könnte am Ende nicht nur sein eigenes Geld verlieren, sondern selbst ins Visier von Ermittlungen geraten. Auch als ungewollter „Geldesel“.

Ianow:
Was raten Sie konkret, wenn jemand so eine SMS bekommt?

Reime:
Erstens: Nicht antworten, nicht klicken und keine Daten preisgeben. Zweitens: Die Nummer blockieren und als Spam melden. Und drittens – ganz wichtig – den Vorfall bei der Polizei melden, idealerweise über die Online-Wache. Nur so können Muster erkannt und Ermittlungen überhaupt angestoßen werden.

Ianow:
Indeed selbst warnt ja bereits vor solchen Nachrichten. Trotzdem – viele fallen darauf rein.

Reime:
Ja, weil die Täter immer raffinierter werden. Und weil sie eine emotionale Schwachstelle treffen – den Wunsch nach finanzieller Sicherheit. Was viele unterschätzen: Ein Klick kann reichen, um ungewollt Teil einer kriminellen Struktur zu werden.

Ianow:
Letzte Frage: Was, wenn ich doch Daten eingegeben habe?

Reime:
Dann schnell handeln: Gerät auf Schadsoftware prüfen lassen, Passwörter ändern, Bank informieren, Anzeige erstatten. Und wenn Sie Post bekommen – etwa mit dubiosen Forderungen – holen Sie sich sofort rechtlichen Rat. Wir haben leider regelmäßig mit solchen Fällen zu tun.

Ianow:
Vielen Dank, Herr Kollege. Man kann es wohl nicht oft genug sagen: Wer schnell Geld verspricht, meint meist nur das eigene.


Fazit:
Die neue Fake-SMS-Welle im Namen von Jobplattformen ist nicht nur lästig, sondern potenziell strafrechtlich relevant. Wer betroffen ist, sollte keinesfalls tatenlos bleiben – sondern handeln, bevor es zu spät ist.

 

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