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GB: Regierung fordert Supermärkte zu mehr Engagement für gesunde Ernährung auf

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Supermärkte und Lebensmittelhersteller in England sollen sich stärker dafür einsetzen, gesunde Ernährung attraktiver zu machen. Das gab die britische Regierung am Sonntag bekannt. Ziel der neuen Initiative ist es, die steigenden Fettleibigkeitsraten im Land zu senken und das Gesundheitssystem zu entlasten.

Demnach sollen Supermärkte etwa durch gezielte Rabattaktionen, ein überarbeitetes Punktesystem bei Treueprogrammen oder veränderte Ladenlayouts den Kauf gesunder Produkte fördern. Auch die Rezepturen einzelner Produkte könnten überarbeitet werden, um sie gesünder zu machen.

Gesundheitsminister Wes Streeting sprach von einer „entscheidenden Weichenstellung“: „Unsere Vision ist es, dass Kinder heute zur gesündesten Generation aller Zeiten gehören. Das ist machbar – wenn wir jetzt handeln.“

Teil des Plans ist auch, dass große Lebensmittelhändler künftig offenlegen müssen, wie viel sie tatsächlich an gesunden Produkten verkaufen. Konkrete Ziele sollen gemeinsam mit der Branche definiert werden. Die Maßnahmen sind Bestandteil eines umfassenden Zehnjahresplans für das britische Gesundheitssystem NHS, der in Kürze vorgestellt wird.

Die Dringlichkeit ist hoch: Bereits über 20 % der Kinder in England sind bei Schulabschluss fettleibig – in ärmeren Regionen ist es sogar fast jedes dritte Kind. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie, dass gesunde Lebensmittel im Durchschnitt doppelt so teuer sind wie ungesunde.

Die Regierung plant zudem:

  • Einkaufsgutscheine als Anreiz für gesunde Ernährung über eine neue App

  • Verdopplung der Teilnehmerplätze beim digitalen Gewichtsmanagement-Programm des NHS

  • Strengere Regeln für Alkoholwerbung – analog zu den Vorgaben für Junkfood

Ernährungsexperten und Verbände begrüßten die Initiative. Katharine Jenner vom Obesity Health Alliance lobte, dass der Fokus nicht länger auf dem individuellen Verhalten liege, sondern auf den strukturellen Bedingungen. Auch Andrew Opie vom britischen Einzelhandelsverband forderte, dass nicht nur Supermärkte, sondern alle Lebensmittelanbieter – inklusive Restaurants und Imbisse – einbezogen werden müssten.

Allerdings bleiben Zweifel: Sarah Woolnough von der Denkfabrik The King’s Fund warnte, dass ungesunde Lebensmittel vielerorts nach wie vor günstiger und leichter verfügbar seien. Ohne eine umfassendere Strategie drohe die Wirkung des Plans zu verpuffen.

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