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Gaza bekommt ein Expertenkomitee – und Trump den Friedensnobelpreis, vermutlich

GraphicMama-team (CC0), Pixabay
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In einer überraschenden Wendung, die niemand kommen sah (außer vielleicht jeder), haben verschiedene palästinensische Gruppierungen – darunter auch die radikalislamische Hamas – einer „vorläufigen Übergabe“ der Verwaltung im Gazastreifen an ein unabhängiges Expertenkomitee zugestimmt.

Unabhängig – also so richtig unabhängig. Nur eben mit „enger Zusammenarbeit mit arabischen Brüdern und internationalen Institutionen“. Ein Schelm, wer an denkt, dass das neue Komitee wahrscheinlich mehr Berater als Einwohner hat.

Laut Erklärung aus Kairo soll das Gremium aus „Technokraten“ bestehen, was im Nahen Osten bekanntlich immer funktioniert. Diese sollen die täglichen Geschäfte übernehmen, also Stromausfälle koordinieren, Grenzübergänge schließen und ab und zu eine Pressemitteilung zur Hoffnung auf Frieden herausgeben.

Trump plant den Frieden – und gleich das Management

Der Hintergrund: Die Einigung folgt auf den 20-Punkte-Friedensplan von Donald Trump, der es tatsächlich wieder geschafft hat, sich in ein weiteres Kapitel des Nahostdramas einzuschreiben – diesmal als Regisseur, Drehbuchautor und wahrscheinlich auch Produzent der Verfilmung.

Laut Plan soll ein internationales „Übergangskomitee“ unter palästinensischer Beteiligung den Gazastreifen verwalten. Und weil Bürokratie ohne Aufsicht natürlich zu gefährlich wäre, gibt es obendrauf noch einen „Friedensrat“ – selbstverständlich unter Trumps Leitung. Mit dabei: Tony Blair, einige andere ehemalige Staatschefs und vermutlich Jared Kushner als „spiritueller Berater“.

Die Hamas hat diese Idee zunächst abgelehnt, vermutlich aus Sorge, dass der Friedensrat eines Tages auch das Markenrecht auf Gaza™ anmeldet.

Washington eröffnet neues „Zentrum für Frieden mit Betonwänden“

Das US-Außenministerium hat derweil seine eigene Idee von Frieden: ein neues Civil-Military Coordination Center im Süden Israels. Leiter des Zentrums ist Steven Fagin, bislang US-Botschafter im Jemen – also jemand mit einschlägiger Erfahrung im Umgang mit Krisen, Explosionen und endlosen Pressekonferenzen.

Das Zentrum soll die Umsetzung des 20-Punkte-Plans „koordinieren“ und gleichzeitig humanitäre Hilfe in den Gazastreifen „unterstützen“. Unterstützen heißt in Washington meistens: beaufsichtigen, überwachen und gelegentlich ein Selfie machen.

Militärischer Leiter ist Generalleutnant Patrick Frank, der laut offiziellen Angaben „die Lieferung von Hilfsgütern absichert“ – was im Klartext heißt: Er achtet darauf, dass die Hilfsgüter nicht in die falschen Hände geraten, sondern genau dorthin, wo sie am besten aussehen – auf Satellitenbildern.

Fazit: Mehr Plan als Frieden

Während also ein „unabhängiges Komitee“ das Chaos verwalten und ein „Friedensrat“ den Frieden beaufsichtigen soll, bleibt die wichtigste Frage unbeantwortet: Wer beaufsichtigt eigentlich den Plan selbst?

Aber keine Sorge – Trump hat schon bewiesen, dass er mit Gebäuden umgehen kann: Erst baut er sie, dann reißt er sie ab, und am Ende verkauft er Eintrittskarten für die Ruinen. Warum sollte es in Gaza anders laufen?

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