Donald Trump hat wieder eine große Zahl in die Welt gesetzt: Fünf Milliarden Dollar soll sein eigens gegründeter „Friedensrat“ für Gaza mobilisiert haben. Humanitäre Hilfe! Wiederaufbau! Stabilisierung! So steht es zumindest auf Truth Social – jener Plattform, auf der Milliarden bekanntlich schneller wachsen als Palmen in Dubai.
Der von Trump im Jänner gegründete „Friedensrat“ – von Kritikern liebevoll als „UN mit Golfplatzoption“ bezeichnet – will kommende Woche in Washington tagen. Vorsitzender: natürlich Trump selbst. Man kennt das Prinzip: Wenn es irgendwo um Frieden geht, muss schließlich ein Immobilienentwickler ran.
Neben dem Geldpaket kündigte der Ex- und Wieder-Präsident auch Tausende Einsatzkräfte an, die in Gaza für „Stabilisierung“ sorgen sollen. Stabilisierung klingt dabei ein wenig wie „Baustellensicherung“ – man weiß ja nie, wann der erste Spatenstich erfolgt.
Offiziell geht es um humanitäre Hilfe und Wiederaufbau. Inoffiziell stellt sich die Frage: Ist das der Beginn einer neuen Phase globaler Diplomatie – oder die kreativste Anschubfinanzierung für zukünftige Bauprojekte seit der Erfindung der Steuergutschrift?
„Gaza Riviera“ klingt schließlich schon fast nach einem Prospekt. Meerblick, Wiederaufbau inklusive, Sicherheitskonzept vorhanden. Und wenn Hamas nicht abrüsten will, wird halt erst entwaffnet und dann betoniert.
Natürlich alles reine Spekulation. Offiziell geht es um Frieden. Aber bei fünf Milliarden Dollar unter Vorsitz eines Mannes, dessen Lebenslauf stark nach Hochhaus riecht, darf man zumindest fragen:
Handelt es sich hier um internationale Hilfe –
oder um die vielleicht ambitionierteste Projektentwicklung seit „Make America Great Again“?
Die nächste Woche in Washington wird es zeigen. Bauhelm optional.
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