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Frontalzusammenstoß zweier Reisebusse in Uganda – über 60 Tote bei schwerem Unglück

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay
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In Uganda hat sich in der Nacht auf Dienstag ein verheerendes Busunglück ereignet, bei dem mindestens 63 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt wurden. Das Unglück ereignete sich auf der Fernstraße zwischen Kampala und Gulu, einer der wichtigsten Verkehrsachsen des ostafrikanischen Landes.

Nach Angaben der Polizei stießen zwei überfüllte Reisebusse kurz nach Mitternacht frontal zusammen, nachdem beide Fahrer offenbar gleichzeitig versucht hatten, andere Fahrzeuge zu überholen. In die Kollision wurden zusätzlich ein Lastwagen und ein Auto verwickelt.

Tödliche Sekunden auf der Nachtstrecke

Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Fahrer des von Kampala aus in Richtung Norden fahrenden Busses ein langsameres Fahrzeug überholen wollte. Gleichzeitig habe der Fahrer des entgegenkommenden Busses denselben Versuch gestartet. Innerhalb weniger Sekunden kam es zum Frontalzusammenstoß – mit verheerenden Folgen.

Augenzeugen berichten von einem lauten Knall und einem Feuerball, der nach der Kollision entstand. Viele Passagiere seien im Schlaf überrascht worden und hätten keine Chance gehabt, zu reagieren. Ein Rettungssanitäter vor Ort sprach gegenüber ugandischen Medien von einem „Bild der Verwüstung“.

„Wir haben Leichen und Verletzte über die gesamte Fahrbahn verstreut gefunden“, sagte er. Einige Opfer seien so schwer verbrannt gewesen, dass sie bislang nicht identifiziert werden konnten.

Überlebende in Krankenhäusern – Ermittlungen laufen

Die Rettungskräfte waren bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Mehrere Dutzend Schwerverletzte wurden in die Krankenhäuser von Luweero und Nakasongola gebracht. Einige von ihnen befinden sich in kritischem Zustand.

Die Polizei leitete noch in der Nacht eine Untersuchung ein. Es wird geprüft, ob technisches Versagen, Übermüdung der Fahrer oder überhöhte Geschwindigkeit zu dem Unglück geführt haben könnten.

„Wir werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen“, erklärte ein Polizeisprecher. Auch Vertreter des Verkehrsministeriums kündigten an, die Sicherheitsbestimmungen für Busunternehmen „dringend zu verschärfen“.

Wiederkehrendes Problem auf Ugandas Straßen

Verkehrsunfälle gehören in Uganda zu den häufigsten Todesursachen. Laut offiziellen Statistiken sterben jährlich über 4.500 Menschen bei Verkehrsunfällen, vor allem auf den Fernrouten zwischen den größeren Städten. Schlechte Straßenverhältnisse, unzureichende Fahrzeugwartung und riskante Überholmanöver gelten als Hauptursachen.

Insbesondere Nachtfahrten gelten als gefährlich. Viele Busunternehmen setzen Fahrer unter enormen Zeitdruck, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Überladene Fahrzeuge und fehlende Sicherheitsgurte verschärfen das Risiko zusätzlich.

„Es braucht endlich strengere Kontrollen und klare Regeln für Nachtfahrten“, forderte der Vorsitzende des ugandischen Verkehrssicherheitsrates.

Regierung unter Druck

Nach der Katastrophe wächst der öffentliche Druck auf die Regierung von Präsident Yoweri Museveni, die Verkehrssicherheit endlich konsequent zu verbessern. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Regierung wiederholt schärfere Gesetze angekündigt – viele davon wurden jedoch nie umgesetzt.

Oppositionspolitiker bezeichneten das Unglück als „tragisches, aber vermeidbares Desaster“. Sie fordern eine Untersuchungskommission und eine Reform des nationalen Busverkehrs.

„Diese Toten sind keine Zahl in einer Statistik – sie sind das Ergebnis jahrelanger Untätigkeit“, sagte eine Abgeordnete aus Kampala.

Ein Land in Trauer

In sozialen Netzwerken verbreiteten sich bereits am Dienstagmorgen Beileidsbekundungen. Viele Ugander zeigten sich entsetzt über das Ausmaß der Katastrophe und forderten, den Opfern und ihren Familien Hilfe zukommen zu lassen.

Die Regierung kündigte an, die Kosten für die Bergung und Beisetzung der Opfer zu übernehmen. In mehreren Städten sollen Gedenkveranstaltungen stattfinden.

Das Unglück auf der Strecke Kampala–Gulu gilt schon jetzt als einer der schlimmsten Verkehrsunfälle in der Geschichte Ugandas – und könnte zu einem Wendepunkt in der Verkehrspolitik des Landes werden.

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